Senior redet sich fast ins Gefängnis

Archiv

Pensionierter Lehrer interessiert sich für Kinderpornografie, ist unbelehrbar und kann sich das alles nicht erklären.

Maulbronn. Unrechtsbewusstsein? Völlige Fehlanzeige! Stattdessen Gedächtnislücken und ein Aussageverhalten, das Amtsgerichtsdirektor Dr. Bernd Lindner sauer aufstieß. Um ein Haar hätte sich am Dienstag ein 73-Jähriger ins Gefängnis geredet. Die Staatsanwaltschaft warf ihm den Besitz kinderpornografischer Bilder und Videos vor. Nicht zum ersten Mal. Bereits 2012 wurde er wegen des gleichen Straftatbestands verurteilt.

„Das Thema ist für mich seitdem erledigt“, behauptete der pensionierte Lehrer steif und fest. Wie 2017 im Rahmen eines „Nackt-Chats“, bei dem sich Männer mit gemeinsamen Neigungen zum Onanieren und zum Tauschen von Kinderpornos getroffen haben, wieder Dateien auf seinem Computer und seinem Mobiltelefon gelandet seien, könne er sich „beim besten Willen nicht erklären“. Das müsse „irgendwie zufällig“ passiert sein. Er sei selbst „völlig erstaunt“, was die Polizei da gefunden habe und könne sich „an nichts erinnern“, bemüßigte der Angeklagte das gesamte Arsenal an Ausflüchten. Bis auf eine Ausnahme, bei der er den Faden seiner Strategie verlor. „Sind Sie das?“, fragte Lindner und zeigte ihm das Profilbild, mit dem in einem einschlägigen Forum angemeldet war. „Ha, das ist ja uralt, aber das bin ich“, bestätigte der Senior, um sofort den besorgten ehemaligen Pädagogen zu bemühen, der „nur aus Neugier angemeldet war, um zu sehen, was es so auf dem Markt gibt“. Was er gesehen habe, könne er nicht glauben und sei selbst entsetzt.

Wir freuen uns, dass Sie sich für einen logo Artikel interessieren. Jetzt registrieren und weiterlesen.

  • Alle Webseiteninhalte
  • Inklusive aller logo Artikel
  • Jederzeit kündbar

Sie sind bereits Abonnent? Hier einloggen

Artikel empfehlen