Selbsterkenntnis rettet vor Gefängnis
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50-Jähriger steht auf Kinderpornografie und möchte seine Triebe in den Griff bekommen
Maulbronn. Im Chat, über die Partnerin und mit mehr als 1000 gespeicherten Video- und Bilddateien hat ein 50-jähriger Mann seine Pädophilie hemmungslos ausgelebt. Dass er am Montag bei seinem Prozess vor dem Amtsgericht Maulbronn gerade noch an einer Gefängnisstrafe vorbeigeschrammt ist, verdankt er schonungsloser Selbsterkenntnis.
Zwischen Sommer 2016 und Dezember 2016 hat der Angeklagte sieben kinderpornografische Dateien für Gleichgesinnte bei Chatstep, einem Online-Dienst, der im gleichen Jahr als beliebte Tausch-Plattform für kinderpornografische Schriften aufflog, hochgeladen. Bei der Durchsuchung stellte die Polizei auf nahezu jedem Speichermedium – zwei Laptops, DVD, USB-Stick und Handy – insgesamt 415 Video- und 604 Bilddateien mit Kinder- und Jugendpornografie sicher. Auch seine damalige Lebenspartnerin konnte er für Sex-, Macht- und Gewaltfantasien gewinnen. Im Juni 2017 folgte sie seiner unausgesprochenen Bitte und schickte ihm Selbst-Streichel-Nacktfotos ihres Patenkindes, die sie bei einem Besuch des sechsjährigen Mädchens gemacht hatte. Die Kommunikation, die die beiden über Social-Media-Kanäle pflegten, und bei der über Folterungen, Zerstückelungen und Tötungsdelikte geplaudert wurde, war zwar nicht explizit angeklagt, für Amtsgerichtsdirektor Dr. Bernd Lindner aber trotzdem fragwürdig. „Der Inhalt ist unterirdisch und eklig – wieso haben Sie da mitgemacht“, wunderte er sich über die Lebenspartnerin, auf die ebenfalls noch ein Prozess wegen Kinderpornografie wartet. „Ich hatte Angst, dass er seine Fantasien auslebt. Ich war bescheuert“, lieferte sie im Zeugenstand Erklärungen, die eher unter die Rubrik „mager“ fallen dürften.
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