Schwan mausert sich zum Medienstar

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Ein Pforzheimer zieht ein Küken groß und lebt jetzt mit dem ausgewachsenen Tier zusammen – Der SWR dreht einen Film über das Duo

Der Pforzheimer Gerhard Batt hat einen zum Sterben verurteilten Schwan gerettet und lebt mit ihm zusammen. Der SWR hat einen Film für seine „Mensch, Leute“-Serie darüber gedreht.

Gruppenbild mit Schwan: Zum „Public Viewing“ bei seinem Birkenfelder Freund Michael Speich und dessen Ehefrau Ursula (li.) bringt Gerhard Batt den Medienstar Orpheus (Sita) mit. Manfred Hofferer traut sich, zu kraulen. Aber er ist auch ein Freund. Foto: Roth

Gruppenbild mit Schwan: Zum „Public Viewing“ bei seinem Birkenfelder Freund Michael Speich und dessen Ehefrau Ursula (li.) bringt Gerhard Batt den Medienstar Orpheus (Sita) mit. Manfred Hofferer traut sich, zu kraulen. Aber er ist auch ein Freund. Foto: Roth

Pforzheim. Als sein Zögling zum x-ten Mal auf den Boden kackt und dann auch noch darin herum platscht, dass es nur so spritzt, da muss sogar der äußerst geduldige Gerhard Batt einmal ganz tief durchatmen. Doch ein Blick in die schlauen Knopfaugen von Orpheus, und der Papa wird wieder butterweich. Wie soll er auch wissen, dass man im Haus keine Geschäfte verrichtet? Schließlich ist Orpheus ein Schwan. „Mein lieber Schwan“ sogar – so heißt auch die gleichnamige Sendung in der „Mensch, Leute“-TV-Serie des SWR – aber eben nur der liebe Schwan des Pforzheimers Gerhard Bott. Und das seit zwei Jahren. Beim Public Viewing des SWR-Films sitzt der Schwan wie ein großes weißes Federkissen im Dachgeschoss des Birkenfelders Michael Speich, inmitten der Bilder, die sein Künstler-Papa von ihm gemalt hat, und putzt sich schnabelklackernd die Brust. „Der ist ein Medienstar“, sagt Gerhard Batt. Und er scheint das auch zu spüren, dass etwa ein Dutzend Paar Menschenaugen nur auf ihn gerichtet sind, besser auf die Leinwand, denn an diesem Abend wird der gut 20-minütige Film übertragen, für den die SWR-Leute immer wieder ins Orpheus’sche Nestchen geschaut haben. Dabei heißt Orpheus nun gar nicht mehr Orpheus, sondern trägt jetzt den Frauennamen Sita – wie die Frau des indischen Gottes Rama. „Wir haben eine Feder untersuchen lassen und es hat sich herausgestellt, dass es ein Weibchen ist.“ Und genauso elegant biegt sie nun auch den Hals, während ihr Menschengefährte, der nach unendlich vielen Aufwisch-Aktionen in eineinhalb Jahren die Prüfung bestanden habe, wie er sagt, noch ein paar Stühle zurechtrückt und Getränke holt. Gerhard Batt hatte zwar schon ein Faible für das Pforzheimer Schwanen-Paar Frieda und Frido, aber er wäre nie auf die Idee gekommen, dass er eines Tages ein nur wenige Tage altes und verstoßenes Küken aus deren Nest an der Nagold unter seine Fittiche nehmen würde. Geschweige denn eine Wohngemeinschaft mit dem Tier eingehen könnte.

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