Schnellzüge im Miniaturformat
Archiv
Familientreffen der TEE-Züge bei den Mühlacker Modelleisenbahnern
Mühlacker. Sie trugen klangvolle Namen wie „Rheingold“, „Bavaria“ oder „Blauer Enzian“, und ihre europäischen Geschwister sind „Gottardo“ (Schweiz), „Etoil du Nord“ (Frankreich) oder „Adriadico“ (Italien) – sie alle verbindet die Familie der Trans-Europ-Express-Züge (TEE). Und ein solches „Familientreffen“ war am Wochenende „en miniature“ bei den Modelleisenbahnern in Mühlacher angesagt. Bei den zweiten Fahrtagen des Vereins in diesem Jahr lag der Themenschwerpunkt auf diesen Schnellzügen, die vor exakt 60 Jahren von mehreren europäischen Bahnverwaltungen auf die Gleise gestellt wurden. Laut dem Historien-Führer des Vereins, „Ferdl“ Schmidt, habe es sich zunächst um Züge mit Diesel-Loks gehandelt, aber bereits in den 1960er Jahren seien Elektrolokomotiven eingesetzt worden. Bei den Fahrtagen am Wochenende waren Zuggarnituren aus Vereins- wie auch Privatbeständen im Einsatz, alle von der Lokomotive bis zu den Fahrgastwägen mit Originalmodellen bespannt. Auch auf eine Besonderheit konnte der Vereinssprecher die zahlreichen Besucher aufmerksam machen: beim spanischen „Catalan-Talgo“ (auf der Strecke Barcelona – Genf) erfolgte beim Grenzübertritt nach Frankreich der Wechsel auf die breitere mitteleuropäische Spur beim langsamen Durchfahren der Umspuranlage in Portbou vollautomatisch, so dass Reisende an der Grenze nicht mehr umsteigen mussten.
Ein Auge auf das Geschehen auf der Anlage hat auch die kleine Sarah aus Mühlacker geworfen, wenngleich sich ihr der Unterschied zwischen TEE und ICE wohl noch nicht erschließt.Foto: Kollros
Ergänzt wurde der TEE-„Zugbetrieb“ durch Garnituren, die mit sogenannten DB-Einheitsloks bespannt waren. Sie wurden nach der Ära der Reichsbahn nach dem Zweiten Weltkrieg bestellt, um wieder mit modernen Elektrolokomotiven in den Zugverkehr einsteigen zu können. Um die Ersatzteilhaltung so niedrig wie möglich halten zu können, sollten die Baureihen von der Schnellzug- bis zur Güterzuglokomotive untereinander möglichst viele gemeinsame Bauteile haben. „Aus diesem Grund spricht man von Einheitsloks“, wie Schmidt erläuterte. Sie seien also, wie er scherzhaft ergänzte, „begrifflich weder mit der deutschen Einheit noch mit dem Einheits-Kanzler verwandt“.
Wir freuen uns, dass Sie sich für
einen Artikel interessieren.
Jetzt registrieren und weiterlesen.
- ➔ Alle Webseiteninhalte
-
➔ Inklusive aller
Artikel
- ➔ Jederzeit kündbar
Sie sind bereits Abonnent? Hier einloggen