Schäumendes Rätsel
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Braucht es in der Natur auch einen Spuck-Schutz?
Enzkreis. „Pfui Teufel, müssen die Kerle denn ständig in der Gegend rumspucken“, mag sich manch eine Frau denken, wenn sie auf die derzeit überall rund um Mühlacker in Weiden, Gräsern oder auch in Kräutern herumhängenden Speichel ähnelnden Schaumgebilde trifft. Und damit liegt sie falsch. Zum einen, weil vereinzelt wohl doch auch Frauen speien, wie der mancherorts gebräuchliche Namen „Hexenspucke“ für den weißen Schaum bestätigt, und zum anderen, weil der Schaum gar nichts mit Spucke zu tun hat. „Kuckucksspeichel“ ist sein eigentlicher Name und in diesem Namen steckt eine weitere Fehlinformation. Mit dem Kuckuck hat der Schaum genau so wenig zu tun wie mit spuckenden Männern. Weder der Kuckuck noch Hexen oder Menschen sind also Verursacher dieses weit verbreiteten „Speichels“, es sind die Schaumnester der Schaumzikaden-Larven. Die Larven produzieren den Schaum, indem sie Luftbläschen in eine eiweißhaltige Flüssigkeit pumpen, die sie aus ihrem After abgeben.
Ein Schaumnest. Foto: Lechner
Der Schaum schützt die Larve vor Feinden, aber vor allem herrscht in dem Schaumnest genau die Temperatur und die Feuchtigkeit, die sie für ihre Entwicklung zum erwachsenen Tier benötigt.
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