Satte Lektion in Sachen Historie
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Mühlacker. Lieber Rollmops oder Delikatessgurke als Beilage? Die Mitarbeiter mussten sich schon entscheiden, was ein Licht auf den jedem Anflug von Verschwendungssucht fremden Umgang mit Lebensmitteln in der Mitte des 20. Jahrhunderts wirft. Doch diese Gewissensfrage, überliefert im Werksküchenbuch der Mühlacker Firma Händle, macht nur einen Aspekt unter vielen bemerkenswerten, teilweise in Reimform verfassten und von kleinen Zeichnungen begleiteten Einträgen aus. „Zwischen 1943 und 1965 waren die Mitarbeiter dazu aufgerufen, das Essen zu beurteilen“, erläutert Willi Bender den Hintergrund des Dokuments, das ein neuer Mitarbeiter in der Buchhaltung entdeckt und ihm als Experten in Sachen Firmenhistorie überreicht habe.
Offensichtlich hat es geschmeckt: Viele Einträge im Werksküchenbuch sind ansprechend gestaltet.
Fasziniert vom Inhalt, der die Entwicklung von den Hungerjahren während des Zweiten Weltkriegs und unmittelbar danach bis zur Zeit des Wirtschaftswunders auf anschauliche Weise greifbar mache, habe er nicht nur die einzelnen handgeschriebenen Texte in Reinschrift übertragen, sondern für die Firma, bei der er von 1963 mit 1996 unter anderem als Projekt- und Verkaufsingenieur sowie als Prokurist tätig war, auch eine kleine Geschichte der Händle-Werksküchen verfasst.
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