SPD-Urgestein scheut keinen Gegenwind

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Sternenfels. So wie damals, als auf einem der Höhepunkte in der Parteigeschichte – die SPD erhielt sechs Sitze und stellte zum ersten Mal die Hälfte der Gemeinderäte in Sternenfels – eine Zerreißprobe folgte. Pläne für ein Freilichtmuseum erhitzten 1984 die Gemüter. „Hans-Dieter Schäfer und ich haben uns damals als Einzige gegen das Projekt ausgesprochen. Wir waren in der Minderheit. Da ist es schon hart zur Sache gegangen“, erinnert sich Schollenberger an heftige Diskussionen. Letztlich hätten die Bürger ihnen recht gegeben: „Sie haben sich in einer Befragung gegen das Freilichtmuseum entschieden. Das hat uns natürlich bestätigt.“

Gerhard Schollenberger ist Träger der Willy-Brandt-Medaille für Verdienste in der SPD.

Gerhard Schollenberger ist Träger der Willy-Brandt-Medaille für Verdienste in der SPD.

Doch auch einen anderen Ausgang habe er mitgetragen. „Kritik und Widerspruch muss man als Gemeinderat und als SPD-Mitglied aushalten können“, glaubt Schollenberger. Noch vor seiner politischen Karriere, die 1971 mit seiner Wahl zum Gemeinderat und seinem gleichzeitigen Eintritt in die SPD startete, war er im Sportverein aktiv. Vier Wochen nach seiner Heirat mit Ann-Christin Schollenberger wurde er 1969 als Kassierer des SV Sternenfels verpflichtet „Auf einem Dorf wie Sternenfels können Sie sich nicht verstecken. Da sind Sie immer nah am Menschen dran“, weiß er. Kontakte, für die Landtags- und Bundestagsabgeordneten zunehmend die Zeit zu fehlen scheint. „In der Politik dreht sich alles immer schneller, auch durch das Internet. Früher sind Abgeordnete wie Wolfgang Roth zu uns rausgekommen, haben diskutiert und dann entschieden“, findet Schollenberger. Umso mehr freut es ihn, wenn SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast auf seine langjährigen Erfahrungen zurückgreift und ihn beispielsweise beim Thema Altersteilzeit telefonisch nach seiner Meinung fragt. „Abfindungen zum Ausgleich der Rentenminderung sollten von ,hier auf jetzt‘ besteuert werden. Ich habe ihr gesagt, dass es für diejenigen, die in der Ruhephase sind, Bestandsschutz geben sollte.“

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