Ruhe lässt Raum für Fragen

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Einen Friedhof als besonderen Ort der Hoffnung, der Stille, der Kultur und der Erholung erlebbar zu machen, war das Anliegen eines „besinnlichen Gangs“ durch Sankt Peter, zu dem am Samstag das Evangelische Bildungswerk im Kirchenbezirk Mühlacker einlud.

Mühlacker Ein Friedhof ist weit mehr als ein Ort der Trauer: Bei einem besinnlichen Gang lernten die Teilnehmer den Friedhof als einen Ort kennen, der vielfältig erfahrbar ist, etwa als besonderer Ort der Hoffnung, der Stille, der Kultur und der Erholung.

Ruhe lässt Raum für Fragen

Mechthild Liefke, Michael Gutekunst (Mi.) und Dietmar Schleihauf führten über den als „Sinnesgarten“ bezeichneten Friedhof Sankt Peter. Foto: Stahlfeld

„Friedhöfe sind besondere Orte mit ihrer Ruhe, die Raum lässt für die Frage nach dem eigentlichen Sein. Sie sind Orte der Hoffnung, der Ehrerbietung und der würdigen Stille. Sie sind Orte des Lebens und der Begegnung“, so Diakon Michael Gutekunst, der als Bildungsreferent und Geschäftsführer des Evangelischen Bildungswerks Mühlacker die Teilnehmer der Führung über den Friedhof begrüßte. Ihre Teilnahme sei nicht selbstverständlich, der Friedhof sei ein Thema, dem man sich nicht so einfach stelle, betonte Gutekunst und unterstrich, dass es hier „viel Schönes und Besonderes“ zu entdecken gebe. Der Begriff Sinnesgarten treffe auf Sankt Peter wunderbar zu, meinte der Diakon, der als weitere Experten Stadtführerin Mechthild Liefke und Bestatter Dietmar Schleihauf hatte gewinnen können. Das Trio beleuchtete die Besonderheiten aus verschiedenen Blickwinkeln. So lenkte Mechthild Liefke gleich zu Beginn die Aufmerksamkeit auf die Friedhofskapelle und deren Tausende Jahre alte Geschichte. Schon die Kelten und Römer hätten an selbiger Stelle eine Kultstätte gehabt. Über Jahrhunderte war es dann ein Mittelpunkt der christlichen Bevölkerung gewesen. Und nach der Zerstörung bauten die Waldenser ab 1699 die Kirche wieder auf. Liefke: „Steinerne Kultstätten dieses Alters findet man selten.“ Der Friedhof selbst halte Schritt mit dem gesellschaftlichen Wandel, erläuterte die Dürrmenzerin, dass christliche Symbole wie die Ähre oder die betenden Hände in jüngster Zeit oftmals eher allgemeinen Symbolen wie einem Herz wichen. Die Sonne als Zeichen der Unsterblichkeit sei eines der ältesten Symbole des Menschen.

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