Rotmilan hebelt Pläne für Bau von Windrädern aus

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Dr. Hans-Ulrich Rülke (FDP) kritisiert Rodung von Bäumen auf der Büchenbronner Höhe und vermisst eine Reaktion der Grünen dazu

Pforzheim-Büchenbronn (pm/red). Die Firma juwi Energieprojekte GmbH hat ihre Pläne für den Bau von zwei Windenergieanlagen auf der Büchenbronner Höhe zurückgezogen. „Das vom Amt für Umweltschutz festgestellte Dichtezentrum des Rotmilans hat die Genehmigung chancenlos gemacht“, teilt Sibylle Schüssler, Umweltdezernentin der Pforzheimer Stadtverwaltung, mit. Vor rund fünf Jahren hatte das Unternehmen das Projekt auf der Büchenbronner Höhe in Angriff genommen. Windmessungen hätten laut Mitteilung der Pforzheimer Stadtverwaltung einen Ertrag erwarten lassen, „der zur Versorgung einer Vielzahl von Haushalten mit Strom aus erneuerbaren Quellen ausgereicht hätte“. Aufgrund eines etwa 1000 Meter von den geplanten Windrad-Standorten im Mai 2016 gefundenen neuen Rotmilan-Horstes musste der Projektentwickler eine Raumnutzungsanalyse erarbeiten, also unter anderem das Flugverhalten des Rotmilans dokumentieren. „Während der Begutachtungen in den Vorjahren hatte es dort keine Erkenntnisse gegeben, die einer Genehmigung entgegengestanden hätten“, heißt es aus dem Rathaus. Fakt ist, dass die Windräder wegen des Rotmilans jetzt nicht mehr gebaut werden können. „Beim konkreten Ausbau der erneuerbaren Energien muss durch gute Planung und Umsetzung an den einzelnen Standorten der Natur- und Artenschutz mit der Energiewende in Einklang gebracht werden. Auf der Büchenbronner Höhe konnte dieser Einklang nicht hergestellt werden“, so Bürgermeisterin Schüssler abschließend.

Der Pforzheimer Abgeordnete und FDP-Landtagsfraktionschef Hans-Ulrich Rülke sieht den Rückzug der Firma juwi auf der Büchenbronner Höhe mit Genugtuung. Es sei von vornherein klar gewesen, dass es bei diesem Projekt bestenfalls um eine Subventionsruine zulasten des Gebührenzahlers gegangen wäre. „Die Windhöffigkeit auf der Büchenbronner Höhe hätte niemals für ein wirtschaftliches Betreiben dieser Anlagen ausgereicht“, sagt Rülke. Bemerkenswert sei, dass weder von juwi noch von der grünen Umweltdezernentin auch nur ein einziges Wort des Bedauerns zu zwei Hektar gerodetem Wald zu hören sei. Hunderte von Bäumen seien völlig unnütz gefällt worden, so Rülke. „Kein Grüner zuckt auch nur mit der Wimper, weil es ja um Windräder ging.“

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