Rocker-Prozess zieht sich in die Länge

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Gericht sucht nach weiteren Verhandlungsterminen – Hat eine Provokation der „Tribuns“ die Schlacht am Güterbahnhof ausgelöst?

Pforzheim (weg). Im Prozess gegen zehn Mitglieder der Rockergruppe Hells Angels beziehungsweise des inzwischen verbotenen örtlichen Charters „Borderland“ vor der Auswärtigen Großen Strafkammer unter Vorsitzendem Richter Hermann Meyer zeichnet sich zumindest eines ab: Das Verfahren wird am Montag, 28. Januar, nicht wie ursprünglich vorgesehen zu Ende gehen. Nach neuen Verhandlungsterminen, an denen alle zehn Verteidiger, Staatsanwälte, Richter und Schöffen einsatzbereit sind, wird mit Nachdruck gesucht.

Weiterhin zeichnen sich doch Merkwürdigkeiten ab. Die Anklagebänke drücken starke junge Männer, die ganz gewiss nicht sonntags im Kirchenchor singen. Aber ihre Widersacher, die Mitglieder der Türsteherorganisation „United Tribuns“, gehören sicher auch nicht zu den Stillen im Lande, wie auch schon ihr teilweise provozierender Auftritt als Zeugen vor der Kammer gezeigt hat. Wie sich während der Verhandlung immer deutlicher herauskristallisiert, ging die ursprüngliche Provokation am frühen Morgen des 27. November 2010 von den Tribuns durch beleidigende Telefonate an die „Angels“ aus. Auch die deutlich schwerer Verletzten gab es aufseiten der „Höllenengel“. Die Ermittlungsverfahren gegen die Tribuns aber wurden von der Staatsanwaltschaft eingestellt. Warum das geschah, obwohl einer der Hells Angels, ein heute 34-Jähriger, durch einen Messerstich lebensgefährlich verletzt wurde, ist bislang unklar. Die Borderlands jedenfalls wurden Mitte 2011 verboten.

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