Rettungsmission mit offenem Ende

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Förderverein feilt mit Hochdruck an seinem Plan zur Rettung des großen SWR-Sendemasts in Mühlacker

Mühlacker. Der Countdown läuft: 2017 soll der 273 Meter hohe SWR-Sendemast demontiert werden, weil er nicht mehr gebraucht wird. Das will der Förderverein Sender Mühlacker unbedingt verhindern. Er kämpft seit seiner Gründung im Oktober des vergangenen Jahres für den Erhalt des Mühlacker „Markenzeichens“ (wir berichteten). Mittlerweile zählt der Verein 120 Mitglieder, die einen Jahresbeitrag von 15 Euro berappen. Durch verschiedene Aktionen haben die Sender-Retter momentan etwa 1000 Euro in ihrer Vereinskasse. Das reicht freilich nicht, um das Wahrzeichen vor dem Abriss zu bewahren. Rund 80000 Euro kostet der Unterhalt des Masts jedes Jahr. Und die stattliche Summe von etwa einer halben Million Euro steht für Instandsetzungsarbeiten im Raum, die bei einem Erhalt der Röhre 2017 anfallen würden. Der Finanzbedarf stellt den Förderverein vor ein großes Problem. Will er den Antennenträger retten, braucht er möglichst schnell starke Partner. Ein sechsköpfiges Vorstandsteam um Vereinschef Frank-Ulrich Seemann feilt vor diesem Hintergrund mit Hochdruck an einem Rettungsplan für das Wahrzeichen der Senderstadt. Das Konzept soll voraussichtlich im März auf dem Tisch liegen. „Wir kommen voran, auch wenn noch viele Aspekte des Themas abgearbeitet werden müssen“, sagt Seemann. Beispielsweise müsse man noch mit Brauereien sprechen, um abzuklären, ob es eine Bereitschaft gebe, in eine Gastronomie auf dem Areal zu investieren.

Bedrohte SWR-Röhre.

Bedrohte SWR-Röhre. Foto: eig

Der Vorsitzende weiß, dass die Stadt Mühlacker eher nicht gewillt ist, sich finanziell in großem Stil zu engagieren. Doch die Sender-Retter lassen sich nicht von ihrem großen Ziel abbringen: „Wir müssen die Stadt mit unserem Konzept überzeugen und dazu bringen, dass sie das SWR-Areal kauft.“ Es gebe zudem Indizien dafür, dass der Unterhalt des Masts weit weniger koste als die vom SWR genannte Summe. Um sein Ziel zu erreichen, arbeitet der Verein auch daran, die Fraktionen des Gemeinderats ins Boot zu holen. An Zukunftsvisionen mangelt es den Sender-Rettern, die sich am 27. Februar zu einer Mitgliederversammlung treffen, nicht. Frank-Ulrich Seemann zählt auf, was dem Vorstandsteam konkret vorschwebt: „Ein Museum zur Rundfunk- und Sendergeschichte, die Nutzung einer rund 600 Quadratmeter großen Halle, die schon auf dem Areal vorhanden ist, für Kulturveranstaltungen und Sportevents wie Speedclimbing und Basejumping.“ Mit dem SWR selbst habe man über die Pläne noch nicht gesprochen, so Seemann.

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