Reiches Klangspektrum und Präzision
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Frauenkirche Lienzingen: Das hochkarätige Trio Ostertag war mit einem faszinierenden Programm zum zweiten Mal beim „Musikalischen Sommer“ zu erleben. Begeisterung des Publikums beim Konzert fast körperlich spürbar.
Mühlacker-Lienzingen. Nur wenige Musikerinnen und Musiker erfahren im Laufe ihrer Karriere so viel Wertschätzung und erringen so viele Preise und Auszeichnungen wie das Trio Ostertag, das im süddeutschen Raum zweifellos zu den renommiertesten Kammermusikensembles zählt. Das „Familien-Trio“ mit Vater Martin Ostertag (Violoncello), Sohn Christian Ostertag (Violine) und Ehefrau Katrin Melcher (Viola) war 2018 zum ersten Mal in Lienzingen zu Gast. Das Mühlacker Tagblatt betitelte den Auftritt damals als „neue glänzende Perle“ in den Konzerten des Musikalischen Sommers. In ihrer Matinee am vergangenen Sonntag hatten Professor Martin Ostertag, Professor Christian Ostertag (Erster Konzertmeister beim SWR-Symphonieorchester) und Katrin Melcher (ebenfalls im SWR-Symphonieorchester) den kongenialen Pianisten Professor Fritz Schwinghammer aus München dabei.
Das Trio Ostertag brilliert in einem Konzert der Reihe „Musikalischer Sommer“ in Lienzingen. Foto: Fotomoment
Das Programm hätte kaum besser gewählt und attraktiver sein können: Am Anfang stand ein leidenschaftliches Jugendwerk des erst 16-jährigen Gustav Mahler, ein Klavierquartett-Satz in a-Moll, gefolgt vom hinreißenden Klaviertrio Nr. 2 in g-Moll op. 26 des „böhmischen Musikanten“ Antonin Dvorák, und in der zweiten Hälfte schließlich ein Schlüsselwerk der deutschen Hochromantik, das Klavierquartett Es-Dur op. 47 von Robert Schumann. Die drei Oeuvres fügten sich trotz ihrer musikalischen Gegensätzlichkeit zu einem schwergewichtigen Ganzen zusammen und eröffneten einen zugleich umfassenden und tiefgründigen Einblick in das reiche Klangspektrum und die atemberaubende Präzision, die sich die Musiker in mehreren Jahrzehnten zusammen erarbeitet haben. Völlig zu Recht überschlägt sich die Kultur-Presse landauf, landab mit Superlativen (warmer, wandelbarer Ton, lustvolles Musizieren, Feuerwerk der Extras). So konnten die – bedingt durch Corona – nur knapp 100 Zuhörer ein bemerkenswertes Konzert aus einem Guss erleben.
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