„Reform ist ein Trauerspiel für Polizisten“
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Gewerkschafter nimmt grün-rote Landesregierung ins Visier
Pforzheim/Enzkreis. Zum Tag der Arbeit am 1. Mai hat Landrat Karl Röckinger die Betriebs- und Personalräte aus der Stadt und dem Enzkreis zum Empfang eingeladen. „Wenn von Fachkräftemangel gesprochen wird, sind natürlich die Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften in einer recht komfortablen Position“, sagte der Landrat. „Schwer erträglich“ findet Röckinger, wenn Millionenbeträge am Fiskus vorbei im Ausland angelegt werden. Und das gerade von Menschen, bei denen man denkt, sie hätten es überhaupt nicht nötig. Ebenso schwer zu ertragen sei es, dass Bildung immer noch vererbt werde. Junge Menschen aus sozial schwächeren Schichten hätten eine achtmal geringere Chance auf eine gute berufliche Zukunft als solche, die aus gut situierten Familien kommen. Jedoch musste der Landrat feststellen, dass es Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern erheblich besser gehe.
Udo Hampel, Vorsitzender der Personalvertretung der Polizeidirektion Pforzheim und DGB-Vorstandsmitglied, überreicht Gewerkschaftssekretärin Susanne Nittel den Ehrenteddybär in Polizeiuniform. Foto: Günther
Nicht zufrieden ist Udo Hampel, Vorsitzender der örtlichen Personalvertretung der Polizeidirektion Pforzheim und DGB-Vorstandsmitglied in seiner Branche. Ein Pluspunkt in Baden-Württemberg sei die gute Sicherheitslage, aber im Vergleich zur Bevölkerung habe der Raum Pforzheim die dünnste Personalstärke der Polizei. „Unter der Regierung Kretschmann/Schmid hat ein Trauerspiel für Beamte begonnen“, so Hampel. Die Begleitumstände im Dienst der Polizei verschlechterten sich, von der alten Regierung beschlossene Gehaltserhöhungen würden hinausgezögert. Ihn ärgert, dass es Lohnerhöhungen nur in der freien Wirtschaft gebe. „Der öffentliche Dienst wird trotz sprudelnder Steuereinnahmen benachteiligt“, so Hampel, der für seine Frage „Warum wird in Baden-Württemberg die Anzahl der Abgeordneten nicht reduziert?“ spontan Applaus bekam. Er ließ sich über die „unsinnige Polizeireform“ aus, die aus Sicht derer, die betroffen sind und nicht bei der Planung hinzugezogen wurden, mehr Nachteile als Vorteile bringe. „Wir engagieren uns nicht für einen Dienstherren nach Gutsherrenart, sondern für unsere Bürger.“
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