Quittung für brutale Tat

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Gewaltexzess bringt vier von fünf Angeklagten ins Gefängnis

Pforzheim (weg). Mit harten Strafen ahndete die Auswärtige Große Strafkammer am Dienstagabend eine brutale, menschenverachtende Tat: Wie schon berichtet, hatte die 30-jährige Angeklagte ihren Ex-Freund am Abend des 7. März in ihre Wohnung gelockt, wo ihr „Verlobter“ (37) und sein 39-jähriger Freund über den Mann herfielen. Der 39-Jährige bearbeitete ihn mit einer Eisenkette, der andere mit Fäusten und Füßen. Einen Fluchtversuch des Opfers, das so getreten wurde, dass es durch eine Fensterscheibe flog, verhinderte ein ebenfalls 39-Jähriger mit einem Messer in der Hand. An weiteren Misshandlungen beteiligte er sich nicht. Zuletzt wurde das blutüberströmte Opfer von der Ex-Freundin gefilmt, die die Männer hysterisch anfeuerte, auf ihn zu urinieren. „Wenn die Bullen kommen“, sagte sie dabei, „sagen wir, er habe Kokain verkaufen wollen.“

Die Frau verurteilte die Kammer unter Vorsitzendem Richter Andreas Heidrich wegen erpresserischen Menschenraubes zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren, womit sie noch über den Antrag von Staatsanwalt Philipp Karl hinausging. Nach sechs Monaten Strafvollzug wird sie in eine Entziehungsanstalt eingewiesen. Sie sei die eigentliche Haupttäterin, sagte Vorsitzender Heidrich in der Urteilsbegründung. Die Tat selbst sei „eine der widerwärtigsten“, die er in seiner 28-jährigen Amtszeit erlebt habe.

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