Prozess gegen Hells Angels beginnt
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Angeklagte stehen wegen gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruchs und der Bildung einer bewaffneten Gruppe vor Gericht
Pforzheim (md/pm). Am kommenden Montag beginnt in Pforzheim der Prozess gegen zehn mutmaßliche Mitglieder oder Sympathisanten des inzwischen verbotenen Charters „Borderland“ der Pforzheimer Hells Angels. Die Männer sollen zusammen mit dem bereits verurteilten Vizepräsidenten des Charters im November 2010 auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes in Pforzheim in der Nähe des Güterbahnhofs Mitglieder der Türstehervereinigung United Tribuns unter anderem mit Macheten, Schlagstöcken und Reizgassprays angegriffen haben. Im Zuge der Schlägerei wurde ein Mitglied der Türstehervereinigung durch einen Machetenhieb am Kopf leicht verletzt. Auf der anderen Seite zog sich ein Hells Angel durch einen Messerstich eine schwere Verletzung zu.
Die Schlägerei, die um sechs Uhr früh über die Bühne ging und durch die Polizei beendet wurde, stellte die Ermittler vor eine schwierige Aufgabe. Die auswärtige Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe wird es von Montag an nicht leichter haben, Licht ins Dunkel der Auseinandersetzung zu bringen. In diesem Monat sind für den Prozess fünf Verhandlungstage angesetzt. Nach der wilden Schlägerei auf dem Parkplatz wurde der Vizepräsident der Pforzheimer Hells Angels als einziger der Beteiligten inhaftiert. Ihm hatte die Staatsanwaltschaft zur Last gelegt, mit einem Revolver Kaliber 38 auf die Gruppe der United Tribuns geschossen zu haben. Wegen des Vorwurfs des versuchten Mordes fand der Prozess gegen den Mann bereits statt. Im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft sah es das zuständige Gericht jedoch nicht als erwiesen an, dass der Vizepräsident die Waffe benutzt hat. Trotzdem wurde der Mann wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruchs zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt. Dass die zehn Angeklagten erst jetzt vor Gericht stehen, hänge mit einem Zuständigkeitsstreit der Justiz zusammen, erklärt Oberstaatsanwalt Reichert. Für den Prozess, der am kommenden Montag um 9 Uhr im Saal I in Pforzheim beginnt, wurden besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen. „Es wird Eingangskontrollen geben, bei denen die Besucher auf Waffen kontrolliert werden.“
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