Prag und die Folgen für Maulbronn
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Am 23. Mai 1618 stürzten Männer aus dem Fenster – und Welten ein
Maulbronn (pm). Wie stark internationale Ereignisse das Leben vor Ort beeinflussen können, zeigt sich laut einer Mitteilung der Landesbehörde Staatliche Schlösser und Gärten nicht nur anhand der Corona-Krise, sondern auch an einem Beispiel aus der Historie. Am 23. Mai 1618 begann in Prag ein Konflikt, der sich zum Dreißigjährigen Krieg entwickeln sollte. An seinem Ende lag Deutschland in Schutt und Asche, und auch das Kloster Maulbronn war betroffen: Die evangelische Klosterschule wurde geschlossen, und katholische Mönche übernahmen wieder das Kloster – wie vor der Reformation. An die Sehnsucht der Menschen nach Frieden erinnert derweil noch heute ein mächtiger Baum im Klosterhof: Die Friedenslinde wurde wohl zur damaligen Zeit gepflanzt.
Mahnmal: die Friedenslinde im Maulbronner Klosterhof. Foto: ssg/Günther Bayerl
Was mit dem Prager Fenstersturz begonnen hatte, weitete sich zwischen 1618 und 1648 zu einem Flächenbrand aus. Anfangs wohl noch als Religionskrieg geführt – die protestantischen Böhmen gegen den katholischen Kaiser –, wurde der Dreißigjährige Krieg spätestens mit dem Kriegseintritt der katholischen Franzosen 1635 an der Seite der protestantischen Schweden zu einem blutigen Ringen um die Macht in Europa. Zudem, heißt es in der Mitteilung, täusche der Name „Dreißigjähriger Krieg“, handle es sich doch nicht um einen einheitlichen Konflikt, sondern um verschiedene Brandherde, die sich miteinander verbanden. Der Krieg habe auch nicht über drei Jahrzehnte hinweg durchgängig gewütet, da im Winter die Feldzüge ruhten.
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