„Pechvogel“ soll in seiner Zelle gezündelt haben
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Angeklagter fühlt sich vom Gericht und der Welt missverstanden – Kuriose Einblicke in die Notfallpläne der JVA Stammheim
Pforzheim. Der Angeklagte fühlt sich vom Pech verfolgt. Dass er im Juli 2019 einer betrunkenen Frau im Zug geholfen hat, wird ihm als versuchte Vergewaltigung in Pforzheimer Bahnhofsnähe ausgelegt. Dass er im September 2019 in Untersuchungshaft seine Kippe versehentlich auf eine Matratze geworfen hat, wird ihm als Zellen-Zündelei angekreidet. Die gestrige Prozessfortsetzung vor der Großen Kammer des Landgerichts Karlsruhe in Pforzheim bot zudem spannende Einblicke in Gefängnis-Notfallpläne.
Am ersten Verhandlungstag wehrte sich der Asylbewerber mit einer Geschichte um missverstandene selbstlose Unterstützung gegen den Vorwurf, dass er eine Auslands-Studentin vom Pforzheimer Bahnhof verfolgt, sie an der Sankt-Georgen-Straße festgehalten und ihr zwischen die Beine gegriffen habe. Im Gegenteil: Er sei am Tatabend auf seiner Zugfahrt von Stuttgart zurück nach Vaihingen/Enz, wo er damals in einer Unterkunft lebte, sogar extra bis Pforzheim weitergefahren, um die betrunkene Frau nicht sich selbst zu überlassen.
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