„Panikmache mancher Politiker“
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Der Inspekteur der Polizei, Detlef Werner, nimmt Stellung zur hohen Einbruchskriminalität
Enzkreis. Die Landes-CDU hat in dieser Woche in Remchingen ihr Programm gegen die Einbruchskriminalität vorgestellt (wir berichteten). „Von dem Ruf, den wir als sicheres Land mal hatten, ist allmählich nicht mehr viel übrig“, sagte CDU-Fraktionschef Peter Hauk bei dem Treffen. Eine Forderung der Union: Der freiwillige Polizeidienst müsse erhalten und ausgebaut werden, außerdem brauche es zur Bekämpfung von Einbrechern mehr Polizei vor Ort. Die CDU macht die Polizeireform für die negative Entwicklung bei den Einbruchsdelikten im Land verantwortlich.
Detlef Werner. Foto: p
Detlef Werner, Inspekteur der Polizei, sieht die Entwicklung in einem anderen Licht. Der ranghöchste Polizeivollzugsbeamte des Landes betont: „Ein Blick auf die polizeiliche Kriminalstatistik zeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger im Land und speziell auch im Enzkreis sicher leben, ihrer Polizei vertrauen und sich auf diese verlassen können.“ Der Anstieg beim Wohnungseinbruchsdiebstahl sei ein bundesweites Phänomen. „Dieser ungünstigen Lageentwicklung, tendenziell auch im laufenden Jahr, kann sich Baden-Württemberg leider nicht entziehen.“ Die Ursachen dafür seien vielschichtig: „Es ist ein vergleichsweise starker Anstieg von Tatverdächtigen aus Südosteuropa feststellbar. Dieser ist besonders mit dem seit 2007 anhaltenden starken Zuzug von Zuwanderern aus den dortigen Ländern verbunden, der in Teilen Züge einer sogenannten ,Armutsmigration’ aufweist.“ Laut Experten lägen außerdem Erkenntnisse zu Tätergruppen vor, die insbesondere aus Südosteuropa stammten, die teilweise nur zur Begehung entsprechender Straftaten nach Deutschland reisten. Die ungute Entwicklung stehe mitnichten im Zusammenhang mit der Polizeireform, betont Werner: „Die Zahlen sind bis 2013, also vor der Umsetzung der Polizeistrukturreform, zum siebten Mal in Folge gestiegen. Damit liegt ein langjähriger Trend vor, der deutlich vor der Polizeistrukturreform begann. Gerade deshalb verunsichert das aktuelle tendenziöse Getöse und die Panikmache mancher Politiker die Bevölkerung.“
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