Ornamente mäandern in die Moderne

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Werke von zwölf Künstlern im Reuchlinhaus ausgestellt

Pforzheim. Waren sie überhaupt ganz weg? Jetzt sind sie wieder da – und wie: In der Kunst ist eine verstärkte Rückkehr von Ornamenten festzustellen. Allerdings in modernem Kleid und mit Hilfe verschiedener Medien aus dem gewohnten Kontext herausgenommen und neu interpretiert. Es zählt bei einem der ältesten Darstellungs- und Schmuckformen der Menschheit nicht mehr nur das Dekorative, sondern auch die Interpretation. Wie? Das sehen Besucher dank der Kuratorin Lida von Mengden und der „Gastgeberin“ Bettina Schönfelder vom Kunstverein jetzt im Reuchlinhaus Pforzheim.

Es ist eine um ein paar Werke verkleinerte Kopie der Ausstellung „Ornamentale Strukturen“, die vergangenes Jahr in Saarbrücken zu sehen war und als nächstes die Stadt Herne im Ruhrgebiet ansteuern wird. Nicht nur mit der Auswahl der zwölf internationalen und Ornamente auf verschiedenen Ebenen interpretierenden Künstler wurde eine wie immer perfekt auf die Ausstellungsräume im Reuchlinhaus angepasste und mit der Architektur korrespondierende Schau geschaffen – auch im Innenhof, den orangefarbene Schnüre ornamental zieren. Es gibt sogar ein Thema, das praktisch auf Naht genäht wurde: Quadratische, schwarze Themen mit verschiedenen Einschnitten, die an Mäander erinnern und damit an die ursprünglichen Kennzeichen griechischer Kunst. Mäander galten dort in der Antike als Zeichen für die Erlangung der Ewigkeit durch Reproduktion. Und genau das ist das Thema des Künstlers Marten Georg Schmid, der seinen eigenen Körper via Medium Film klont. Das Experiment verselbstständigt sich, der eigentliche Marten hat seine Reproduktionen nicht mehr im Griff und wird in den Orcus (die Unterwelt) geschickt.

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