Opfer verneint Angriff – aus Respekt
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23-Jähriger will älteren Täter nicht belasten und verweist auf die Traditionen seiner Heimat
Maulbronn. Eigentlich war der 23-jährige Syrer als Opfer und Zeuge zu einer Verhandlung wegen Körperverletzung ins Maulbronner Amtsgericht geladen worden. Doch um ein Haar hätte er sich, indem er den Täter schützte, selbst auf die Anklagebank manövriert – aus Gründen, die mit seiner Herkunft zusammenhängen.
Angeklagt war ein 46 Jahre alter Mann, der 1979 aus dem Libanon nach Deutschland gekommen war und derzeit eine Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Heimsheim verbüßt. Insgesamt, erklärte er, habe er wegen verschiedener Delikte rund zehn Jahre hinter Gittern verbracht. Im August wäre er nun auf freien Fuß gekommen, hätte sich nicht der Vorfall vom 26. November 2017 ereignet. Was diesen betrifft, räumte der 46-Jährige sogleich seine Schuld ein: Im Streit habe er seinen 23-jährigen syrischen Mithäftling mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Das Opfer verlor zwei Zähne und erlitt ein Hämatom am Kopf. „Ich habe gesagt, er soll die Zelle verlassen“, begründete der Libanese seine Tat. „Weil er nicht gehen wollte, ist mir der Kragen geplatzt.“ Er habe sich inzwischen für die Attacke entschuldigt.
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