Opfer bringt sich selbst in die Bredouille
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Über 30000 Euro verschwinden bei vermeintlichem Überfall auf Gaststätte in Lienzingen – Anwalt vermutet abgekartetes Spiel
Im Kuriositäten-Kabinett der Aussagen zum Überfall auf eine Gaststätte in Lienzingen nährten gestern ausgerechnet die Erklärungen des Opfers Zweifel am Tathergang. Rechtsanwalt Andreas Melter vermutet ein abgekartetes Spiel, in dem das vermeintliche Opfer die Rolle eines abgebrühten Mittäters spielt.
Am Amtsgericht Pforzheim wird ein spektakulärer Kriminalfall aus Lienzingen aufgearbeitet – das Verfahren bietet einige Überraschungen.Foto: Ehmann
Pforzheim/Mühlacker. Tatsächlich waren die Aussagen des Sohns der Gastwirtin für den Vorsitzenden Richter der Auswärtigen Großen Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe, Hermann Meyer, eine harte Nuss, die der Richter durch beharrliches Nachfragen zu knacken versuchte. Im Laufe der Woche hatte sich auch schon die Polizei durch Nachvernehmungen an dem 33-Jährigen versucht, um Ungereimtheiten zu klären. Was nicht ganz einfach war. Denn als die Polizei ihn erstmals kontaktierte, war er „Sprudel holen“, um danach erst einmal zwei Tage unterzutauchen. Er sei versumpft, erklärte er dem Richter, um ihm dann zwar in einer flüssigen Beschreibung einen Hergang des Tatablaufs am 20. März zu präsentieren, bei entscheidenden Fragen geriet er aber gehörig ins Schwimmen. Er habe Geräusche gehört, sei nach unten gegangen, wo zwei Täter mit einer Waffe waren, und sei in den Keller geflüchtet, wo er überwältigt und mit Kabelbindern gefesselt wurde. Stockend rückte das Opfer dann mit den Angaben heraus, dass nach dem Raub nicht nur 3500 Euro aus Gaststätteneinnahmen fehlten, die in einer Schublade eingeschlossen waren, sondern berichtete erstmals auch, dass in der Wohnung eine Geldkassette aufgebrochen wurde.
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