Ohne Zusatzspiegel endet die Fahrt am Waisenrain

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Zum Sommerferien-Start hat die Polizei auf der A8 Wohnmobile und Gespanne kontrolliert. Einige sind überladen, es gibt eine Anzeige.

Pforzheim. Die Hitze ist erbarmungslos an diesem Freitagmittag, die Polizei gibt sich jedoch eher zahm bis zurückhaltend bei der Schwerpunktkontrolle von Wohnmobilen und Gespannen mit Wohnwagen zu Beginn der Sommerferien. Es geht auch nicht vorrangig darum, Verkehrssünder zu ertappen, sondern die Kontrollierten für Themen wie vorschriftsgemäße Beladung und zulässiges Gesamtgewicht, das durch eine mobile Waage überprüft wird, Gewichts- und Schwerpunktverlagerung des Gespanns durch Anhänger zu sensibilisieren. Auf dem Parkplatz Waisenrain zwischen den Autobahn-Auffahrten Pforzheim-West und Pforzheim-Nord steigt das Thermometer an einem der bisher heißesten Tage dieses Sommers gerade deutlich über die 35-Grad-Marke. Doch ins Schwitzen kommen die Gespann- und Wohnmobil-Fahrer, die von zwei Motorrad-Polizisten auf der Autobahn 8 in Fahrtrichtung Stuttgart abgepasst, herausgelotst und gestoppt werden, auch aus anderen Gründen.

Ohne Zusatzspiegel endet die Fahrt am Waisenrain

„Wie viele Finger können Sie sehen?“, fragt der Polizist hinter dem Wohnwagen den Gespann-Fahrer. Der sieht mangels Zusatzspiegel gar nichts. Diese Ordnungswidrigkeit kostet 70 Euro und wird zusätzlich mit einen Punkt im Flensburger Register geahndet. Zudem muss er den Wohnwagen abkoppeln und passende Spiegel fürs Auto besorgen, bevor die Reise im Gespann weitergehen kann.

Arnd Hemmen aus Neckartailfingen, dessen Wohnwagen die Beamten gerade unter die Lupe nehmen, ist „überzeugter Camper“, wie er gegenüber den Medien, die heute von der Polizei eingeladen sind, erzählt. Ein Beamter mit Sonnenbrille stellt gerade fest, dass Hemmen keine zusätzlichen Außenspiegel an seinem schwarzen SUV montiert, jedoch einen deutlich breiteren Wohnwagen angespannt hat. „Da seh’ ich gut raus“, versichert Hemen auf Nachfrage. Doch der Polizist, der das Wort führt bei dieser Kontrolle, ahnt schon den Schlamassel: „Das wird eng, das wird sehr eng“, stimmt er den Fahrer auf seine Beanstandung ein. Dann demonstriert er, was der Lenker selbst erst nicht glauben möchte: Er sieht direkt hinter seinem Wohnwagen viel zu wenig. Der Beamte postiert sich dazu direkt hinter dem Wohnwagen. spreizt abwechselnd unterschiedlich viele Finger von seiner Hand ab und lässt sie neben dem Wohnwagen hervorlugen. „Wie viele Finger können Sie sehen?“, fragt er den Fahrer, der passen muss und damit überführt ist: „Hier ist der tote Winkel“, ruft der Polizist nach vorne zum Auto. Sein Fahrer hätte daher nach Straßenverkehrsordnung zwingend Zusatzspiegel montieren müssen, Kostenpunkt der Ordnungswidrigkeit: 70 Euro plus ein Punkt im Register in Flensburg. Der Polizist erklärt, der Gespannfahrer bemerke womöglich zu spät, wenn ihn jemand überhole und beim Spurwechsel könne er insbesondere Zweiräder im toten Winkel leicht übersehen. „Wenn er dieses Problem zum ersten Mal bemerkt, kann es schon längst zu spät sein“, verdeutlicht der Kontrolleur sachlich die Gefahr.

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