Ötisheim als Fußball-Mekka
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66 Mannschaften stellen beim F-Jugendtag ihr fußballerisches Können unter Beweis
Beim F-Jugendtag hat sich in Ötisheim alles um den Fußballnachwuchs gedreht. Das Turnier war ein voller Erfolg, allerdings löste das Großereignis ein kleines Park- und Verkehrschaos aus.
Ravat Almanski von den Sportfreunden Dobel meistert den DFB-Parcours ohne Mühe.
Ötisheim. Während der Stoßzeiten kam der Verkehr im Umfeld der Sportanlage des TSV Ötisheim teilweise zum Erliegen. Es herrschte ein regelrechtes Parkchaos. Eine Karawane aus Fahrzeugen säumte die Zufahrt des Sportplatzes. Tiefe Reifenspuren auf den anliegenden Wiesen zeugten von unglücklichen Parkmanövern. Die Straßenverkehrsordnung wurde mitunter ignoriert und von wildem Drängeln abgelöst. Vor dem Vereinsgelände des TSV Ötisheim, der den F-Jugendtag ausrichtete, war von Fairness nicht viel zu spüren. Auf dem Sportplatz selbst sah die Sache jedoch anders aus: Fairplay wurde auf dem Fußballrasen großgeschrieben: „Rangeleien gibt es hier nicht“, betonte Jugendleiter Holger Deimel vom TSV Ötisheim. Ein Grund dafür: Das Konzept der DFB-Fairplay-Liga, das den Sieben- bis Achtjährigen die Verantwortung für ihr Spiel weitgehend selbst überlässt. So steht etwa kein Schiedsrichter auf dem Platz. Die Teams müssen selbst für Ordnung sorgen. Ziel ist es, das Selbstvertrauen und die Kreativität der Sportler zu fördern. Die Eltern haben einen Abstand zum Spielfeld einzuhalten, damit die Fußballer nicht von störenden Zwischenrufen abgelenkt werden. „Das setzt die Kinder nur unter Druck“, sagt Deimel. Zum F-Jugendtag verpflichtet der badische Fußballverband (bfv) alle Mannschaften des Kreises Pforzheim, die während der Saison am Spielbetrieb teilnehmen. So werden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Jede Gruppe absolviert insgesamt drei Begegnungen und macht zusätzlich das Fußballabzeichen des DFB. An den Prüfungsstationen kommt es besonders auf Treffsicherheit und Ballkontrolle an. Dass das Fußballspektakel mit 500 Kindern reibungslos über die Bühne ging, war der guten Organisation des Ausrichters zu verdanken. Wochenlang war Jugendleiter Deimel mit Eltern und Ehrenamtlichen im Einsatz gewesen, um den F-Jugendtag vorzubereiten. „Die Menschenmassen sind einfach überwältigend. So etwas hat es in Ötisheim noch nie gegeben“, sagte Deimel stolz. Die Sportanlage biete optimale Voraussetzungen für das Sportfest. Darum sei die Bewerbung als Gastgeber beim bfv auch erfolgreich gewesen. Für den Verein sei das Turnier in jeder Hinsicht ein Gewinn. Das gilt auch für die Ötisheimer F1-Spieler: sie behaupteten sich gleich in zwei Duellen. Gegen Knittlingen erzielte die Truppe sogar ein 6:0. Darüber, wer bei der Europameisterschaft siegen wird, gingen die Meinungen in den Reihen des Nachwuchses auseinander. Ganz oben stehe natürlich Deutschland, aber Spanien sei auch nicht so schlecht. Mit Müller und Neuer könne es die deutsche Elf vielleicht schaffen. Der portugiesische Fußballstar Ronaldo ist offenbar weniger beliebt. „Der hat den Elfmeter verknallt“, ärgerte sich Jannik Scheiner kopfschüttelnd. Im Gegensatz zur EM gingen in Ötisheim jedenfalls alle Fußballer mit einer Medaille vom Platz. Beim F-Jugendtag war jeder Spieler ein Sieger.
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