Ode an die Linde

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Zur Lienzinger Friedenslinde:

Wer hat die Linde denn gefragt, ob sie nun Kunst werden will? Das größte Kunstwerk war sie selbst, als sie gegrünt auf Erden. Wie viel Unbill sie ertrug: Gewitter, Sturm und Fröste. Sie feierte mit jedem Lenz doch Duft- und Blütenfeste. Da war es ein Bienensummen rings und lustiges Finkenschlagen, ein Amsellied zur Sommerzeit, wenn es begann zu tagen. Und mancher, der in Unrast schnell vorüber wollte ziehen, hielt ein und fühlte in sich selbst beim Lindenblicken ein Blühen. So wenig brauchte dieser Baum, um so viel Glück zu geben. Wie öd ist nun und leer die Welt und wie verarmt das Leben!?

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