„Nur mit Blühstreifen ist es nicht getan“
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In Ötisheim macht der Landschaftserhaltungsverband Enzkreis Lobbyarbeit für bedrohte Ackerwildkräuter und das Rebhuhn
Unkrautvernichtungsmittel sorgen auf vielen Ackerflächen für Monotonie, die der Pflanzen- und Tierwelt nicht gut bekommt. Dass es auch anders geht, zeigen Projekte des Landschaftserhaltungsverbands Enzkreis, der sich mehr Unterstützung von der Politik wünscht.
Auf einem Feld bei Ötisheim werden vom Landschaftserhaltungsverband Enzkreis (LEV) Ackerwildkräuter kultiviert. „Darunter allein 40 Arten, die auf der Roten Liste stehen“, sagt der LEV-Chef Thomas Köberle (v.re.), der den Staatssekretären Friedlinde Gurr-Hirsch und Dr. Andre Baumann erklärt, worauf es bei der Ansiedlung von Rundblättrigem Hasenohr oder der Grasplatterbse ankommt. Foto: Disselhoff
Ötisheim. Klatschmohn, Kornblume und andere Ackerwildkräuter, deren Namen nur Experten kennen, sichtet der Spaziergänger, der in der Region unterwegs ist, nur sehr selten. Die Pflanzen haben auf den meisten Feldern wegen des Einsatzes von Glyphosat und Co. einfach keine Chance. Wenn die Vielfalt der Pflanzen durch die industrielle Landwirtschaft und die Billigmentalität vieler Verbraucher schrumpft, hat dies weitere Folgen: Tiere wie Rebhühner verschwinden gleich mit von der Bildfläche. Der Landschaftserhaltungsverband Enzkreis (LEV) stemmt sich gegen die für viele Pflanzen und Tiere bedrohliche Entwicklung. Bei einem Termin in Ötisheim hat der Geschäftsführer des Kreisverbands, Thomas Köberle, am Montagnachmittag deutlich gemacht, worauf es ihm ankommt. Nicht ohne Hintersinn hatte er Vertreter aus den Landesministerien für Landwirtschaft und Umwelt eingeladen. „Naturschutz und Landwirtschaft müssen an einem Strang ziehen, wenn wir Ackerwildkräuter in der Fläche wieder stärker verbreiten wollen. Wir brauchen die Unterstützung der Politik und auch mehr Geld“, sagte Köberle im Gespräch mit unserer Zeitung. Nicht nur die Landtagsabgeordnete und Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch (Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz) und Dr. Andre Baumann (Ministerium für Umwelt, Klima, Energiewirtschaft), auch Vertreter des Landratsamts, Bürgermeister und Landwirte hörten Köberles Botschaft und informierten sich bei ihm über das Ackerwildkrautprojekt im Enzkreis.
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