Neue Regeln im Tierheim Pforzheim
Archiv
Nach monatelanger Schließung nimmt das Tierheim Pforzheim ab heute wieder die Vermittlung auf. Neu ist die vorherige telefonische Anmeldung für Besucher. Mit der Errichtung eines neuen Quarantänebaus will die Einrichtung eine Wende einschlagen.
Pforzheim. Über die letzten Monate ist es ganz still geworden im Tierheim Pforzheim. Kaum noch Hundebellen dringt aus den Zwingern nach außen. Was bei so manchem Tierliebhaber böse Vorahnungen weckt, ist eigentlich eine gute Nachricht – zumindest aus Sicht der Tiere. Davon sind der Vorstand des Pforzheimer Tierschutzvereins René Maier-Stadtaus sowie Tierheimleiterin Kristin Hinze überzeugt. Die hatte im Zuge der Besucherstopps nämlich die zündende Idee für ein neues Konzept: „Da es keine Besucher gab, sind die Tiere viel ruhiger gewesen“, schildert Hinze. Hunde beherberge das Tierheim noch, rund 45 Stück sind es derzeit. Was sich für Gassigeher ändert: Die Hunde werden ab jetzt von den Mitarbeitern gebracht. Vermittlungen werden – einerseits Corona-bedingt, andererseits, um die Tiere zu schonen – beginnend mit der Wiederöffnung am heutigen 1. August nur noch auf Termin angeboten. In diesem Zuge will das Tierheim auch eine neue Stelle schaffen, die die Telefonvermittlung und zugleich Assistenz der Vorstandschaft übernimmt.
Ab sofort startet im Tierheim Pforzheim, das einen neuen Quarantänebau (li.) plant, wieder die Vermittlung. Erst am Freitag dazugestoßen sind diese niedlichen Neuankömmlinge. Fotos: privat
Nicht nur die Besucherregelungen sind neu. Für bauliche Veränderung auf dem Gelände sorgt seit knapp sechs Wochen eine Baustelle. Hier entsteht der neue Quarantänebau, der in hermetisch getrennten Bereichen auf zwei Stockwerken Platz für Hundezwinger sowie Quarantänekatzen und andere Kleintiere bieten soll. Auch Verwaltungsräume, Raum für Vermittlungsgespräche sowie ein Besprechungszimmer werden darin untergebracht sein. Ursprünglich hätten die Arbeiten planmäßig Ende Februar bis Mitte März 2021 beendet werden sollen, erklärt der Vorstand, dann kam es zu leichten Verzögerungen. Sollte das Pforzheimer Frühlingsfest Ende April, Anfang Mai stattfinden, könne sich Maier-Stadtaus eine Eröffnung in diesem Rahmen vorstellen. Von dem finanziellen Gesamtaufwand in Höhe von 2,25 Millionen Euro entfallen 1,86 Millionen allein auf das Gebäude. Der Differenzbetrag fließt in die Infrastruktur sowie die Erschließung des Geländes. In der aktuellen Bauphase werden das Untergeschoss errichtet und erste Mauern für die Zwinger aufgestellt. Stemmen sollen das Projekt zu gleichen Teilen die Stadt Pforzheim, der Enzkreis und der Tierschutzverein Pforzheim – so zumindest die Wunschvorstellung des Vereins, denn ein gemeinsames Finanzierungskonzept gebe es nicht, wie der Vorstand einräumt. Eine Aufteilung der Kosten wolle Maier-Stadtaus allerdings in die Wege leiten. „Das Tierheim Pforzheim ist kein städtisches Heim, sondern wird vom Tierschutzverein getragen“, möchte Maier-Stadtaus mit einem gängigen Missverständnis aufräumen.
Wir freuen uns, dass Sie sich für
einen Artikel interessieren.
Jetzt registrieren und weiterlesen.
- ➔ Alle Webseiteninhalte
-
➔ Inklusive aller
Artikel
- ➔ Jederzeit kündbar
Sie sind bereits Abonnent? Hier einloggen