Neue Dimension für den Fauststoff
Archiv
Knittlingen (pm). Im Rahmen der Reihe „Jour fixe“ präsentiert das Faust-Museum/Faust-Archiv am Sonntag, 25. Mai, um 16 Uhr den Vortrag „Faustische Seele in weiblicher Brust – Franziska“ mit Kirstin de Boer aus Göttingen. In seinen Anfangsjahren galt der Dramatiker Frank Wedekind dem einen als lächerliche Witzfigur, dem anderen als Wegbereiter der Moderne. Zwar sind Stücke wie „Frühlings Erwachen“, „Lulu“ und mit Abstrichen „Der Marquis von Keith“ fester Bestandteil der Spielpläne deutscher Theater, andere Dramen werden hingegen wenig gespielt und erforscht. Zu diesen vernachlässigten Stücken gehört das zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstandene Werk „Franziska“. Unter Verwendung von Elementen des Faustmythos, wie er sie in der Historia von D. Johann Fausten, in Paul Weidmanns Johann Faust und in Goethes Faust vorfand, konstruierte Wedekind seine „Faustine“. Im faustischen Freiheitsdrang verschmäht die 18-jährige Franziska die Ehe mit ihrem älteren Liebhaber. Sich selbst will sie erkennen – und so erscheint das Angebot von Veit Kunz, dem an ihre Tür klopfenden Mephistopheles, sehr attraktiv: Auf zwei Jahre verwandelt er Franziska in einen Mann, die ihm dafür versprechen muss, bis an ihr Lebensende seine Leibeigene zu sein. Der alte Fauststoff erhält hier eine neue, erotische Dimension.
Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter Telefon 07043/9506922.
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