Narben auf der Seele

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Schlimme Kindheitserlebnisse im Krieg belasten die Betroffenen auch noch nach Jahrzehnten

Pforzheim/Enzkreis. Über 70 Jahre sind vergangen, und trotzdem stockt Erika S. (78) immer noch die Stimme. Eine Träne fließt die Wange hinab, als sie von der Bombardierung Pforzheims in den Abendstunden des 23. Februar 1945 erzählt. Von den 22 Minuten, in denen die damals knapp Fünfjährige ihre Familie verlor, und nicht nur das: „Alles!“ Die Frau, die heute im Enzkreis wohnt, möchte unerkannt bleiben, ihre Geschichte darf man aber erzählen.

Narben auf der Seele

Der Initiator der Selbsthilfegruppe, Robert Szabo, der selbst zweimal auf der Flucht war. Foto: Roth

Es ist für sie auch ein großer Schritt, sich an die Vergangenheit heranzuwagen, die sie als bewältigt betrachtet hatte. Während sie im Veranstaltungsraum von KISS, der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen an der Hohenzollernstraße 34 in Pforzheim, in ihr Taschentuch schnäuzt, nickt sie zustimmend zu den Worten von Robert Szabo. Der heute 87-jährige „Donauschwabe“ kennt das schon. Er war zweimal auf der Flucht und erlebte „schlimme Dinge“, dachte eigentlich auch, dass das Thema Krieg für ihn abgehakt und verarbeitet sei. „Bis zur Rente ging das gut, aber dann haben die Alpträume angefangen“, erzählt er unserer Zeitung.

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