Nachbarn schildern ihre Leidensgeschichte

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Prozess gegen 57-jährige Frau fortgesetzt

Enzkreis (weg). Nein, schöner wohnen ist anders: Bisweilen den Tränen nahe schilderte der Nachbar der Angeklagten am Freitag vor der Auswärtigen Großen Strafkammer den Leidensweg seiner Familie. Vor allem in den letzten beiden Jahren habe er nur noch die Hälfte seiner Aufträge als Selbstständiger annehmen können, weil er aus Angst um seine Familie das Haus nicht verlassen habe, berichtete der Mann. Da flogen seiner Schilderung nach Wäscheständer hinter ihm aus dem Fenster, die 57-jährige Nachbarin habe ihn mit einem Gehstock traktiert, als er von ihr herausgerissene Pfosten um seinen Parkplatz wieder einsetzte, das Auto sei zerkratzt, Schrauben unter seine Lkw-Reifen gelegt worden. Seit September vergangenen Jahres ist nun Ruhe eingekehrt: Die Nachbarin lebt derzeit in einem psychiatrischen Krankenhaus. Verhandelt wird unter Vorsitzendem Richter Andreas Heidrich, ob sie weiterhin dort untergebracht bleibt.

1993 hatten der Zeuge und seine Frau das Haus gekauft. Die Nachbarn seien „etwas speziell“, hatte die Verkäuferin gewarnt. Die Situation spitzte sich zu, als die Angeklagte 2013 einen Freund ins Haus nahm, der die Nachbarn nicht ausstehen konnte, sie ständig beschimpfte. Als der Freund 2017 plötzlich verschwand, wurde die Angeklagte aggressiv. „Blöde Sau!“ gehöre noch zu den harmlosen Beleidigungen an die Adresse des Paars im Nachbarhaus. Das Auto sei zerkratzt worden, in stillen Nächten habe die Angeklagte laut miaut oder immer wiederholt: „Mein Hof, meine Treppe, hier darf ich laufen.“

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