Murat Yeginers sehenswertes Finale

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Abwechslungsreich und komödiantisch: Gelungene Erstaufführung von Jensens Groteske „Adams Äpfel“ am Theater Pforzheim

Pforzheim. Als letzte Regiearbeit präsentiert Murat Yeginer, der nach sieben Jahren als Schauspieldirektor zum Ende der Saison das Haus verlässt, im Podium des Theaters Pforzheim eine Erstaufführung. Auf dem Programm steht „Adams Äpfel“.

Ursprünglich eine als Kriminalfilm eingestufte Groteske des inzwischen 43-jährigen dänischen Regisseurs, Drehbuchautors und Schauspielers Anders Thomas Jensen aus dem Jahr 2005 fand den Weg von der Leinwand aufs Theater. Beate Klöckner übersetzte die Geschichte und K.D. Schmidt stellte eine Bühnenfassung her, deren Aufführung, ebenso wie der mehrfach preisgekrönte Film, knapp 100 Minuten dauert. Im Mittelpunkt stehen weder Adam noch Äpfel, sondern Ivan, ein gutmütiger und -gläubiger Pfarrer, der nicht nur an Gott, sondern auch an die Resozialisierung von Verbrechern glaubt. Und so gehören zu seinen Schäfchen Gunnar, ein ehemaliger Tennisspitzenspieler, der auf die schiefe Bahn geraten ist und Alkoholiker wurde, Khalid, im Film männlich, in Pforzheim weiblich, Tankstellenräuber, und der schon etwas senile Poul. Zu ihnen stößt Adam, ein Neonazi, der zur Rehabilitation zu dem Dorfpfarrer kommt, der auch bei ihm an das Gute im Menschen glaubt. Auf die Frage, was er zu tun gedenke, antwortet Adam dem Pfarrer Ivan, er wolle einen Apfelkuchen backen, mit Äpfeln aus dem Kirchgarten – daher der Titel des Films und des Theaterstücks. Doch so einfach geht das nicht. Zuerst wird der Apfelbaum von Krähen, dann von Würmern heimgesucht und schließlich brennt er auch noch ab.

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