Mordprozess wirft neue Fragen auf
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Noch immer passen nichtalle Puzzleteile zum Tod eines Pforzheimer Schmuckhändlers zusammen. Rechtsmedizinerinnen zeigen vor dem Schwurgericht mögliche Varianten der Todesursache auf. Weiteres Gutachten soll endlich Klarheit bringen.
Karlsruhe/Pforzheim. Einem großen Puzzlespiel gleicht der Prozess vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Karlsruhe, in dem die Staatsanwaltschaft einem 37-Jährigen vorwirft, am 21. Juni 2019 einen Pforzheimer Schmuckhändler aus Habgier erst mit K.-o.-Tropfen betäubt und dann durch Strangulation getötet zu haben. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe, der Schmuckhändler habe sich in seinen Büroräumen die K.-o.-Tropfen selbst eingeflößt und sei dann gestorben. Er sei darauf hin in Panik geraten und habe seine Leiche in Soultz-sous-Forêts im deutsch-französischen Grenzgebiet entsorgt und in Brand gesteckt.
Eigentlich sollte am gestrigen Freitag die Beweisaufnahme abgeschlossen werden, doch die Aussagen einer Expertin, die in Straßburg die Leiche obduziert hat, und einer Wissenschaftlerin vom rechtsmedizinischen Institut in Heidelberg, wo weitere Untersuchungen zur Todesursache des Schmuckhändlers gemacht wurden, ließen offene Fragen zurück. Dass Strangulation die Todesursache gewesen sein könnte, hatte bereits Anfang Mai ein Sachverständiger bezweifelt. Er wollte zumindest nicht ausschließen, dass die Hämatome von einem Sturz des Opfers stammen können und die Einblutungen am Hals und am Rücken davon, dass der Angeklagte die Leiche in sein Auto gezerrt habe. Obwohl, so der Sachverständige, einiges für Strangulation spreche, aber nicht zweifelsfrei.
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