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Harmonika-Spielring „Platte“ begeistert seine Zuhörer beim Konzert in der Mauritius-Kirche

Wiernsheim. Wer erst kurz vor 18 Uhr kam, hatte Mühe, noch einen Platz in der Mauritius-Kirche zu finden. Das Konzert des Harmonika-Spielrings „Platte“ erwies sich einmal mehr als Zugpferd im lokalen Kulturgeschehen. Das Erste Orchester, das Jugendorchester und der Gastchor „Da Capo“ aus Wurmberg wurden einem anspruchsvollen und abwechslungsreichen Programm gerecht und für ihre glänzenden Auftritte mit einem nicht enden wollenden Beifall belohnt. Moderator Manfred Teply baute verbale Brücken zwischen den einzelnen Vorträgen und führte mit geschichtlichem Hintergrund in die einzelnen Werke ein.

Das Jugendorchester unter Dirigent Michael Nagel musiziert zusammen mit dem Wurmberger Chor „Da Capo“. Mit ihrem gemeinsamen Auftritt endet das Konzert. Ohne Zugabe lassen die rundum begeisterten Zuhörer die Musiker und Sänger nicht gehen.

Das Jugendorchester unter Dirigent Michael Nagel musiziert zusammen mit dem Wurmberger Chor „Da Capo“. Mit ihrem gemeinsamen Auftritt endet das Konzert. Ohne Zugabe lassen die rundum begeisterten Zuhörer die Musiker und Sänger nicht gehen. Foto: Filitz

Fulminant war schon der Auftakt mit einem Paradestück des bekannten italienischen Ensembles „Rondo Veneziano“, nämlich dem „Misteriosa Venezia“. „Das Stück verbindet die Musik des Barock mit den Klängen und Möglichkeiten der Gegenwart“, erzählte Teply. Das Erste Orchester musizierte unter Leitung von Uwe Müller auf hohem konzertanten Niveau. Und dann: Nein, es war keine Soloflöte, die mit warmem Klang die „Morgenröte“ in Edvard Griegs „Peer Gynt Suite I“ heraufbeschwor. Es war „nur“ ein einzelner singender, ungemein warmer sanfter Ton eines Akkordeons, der die Sonne hinter dem Horizont hervorlockte und in die stimmungsvolle Melodie der Suite einführte. Das Orchester zog alle Register, um dem orchestralen Klang eines klassischen Sinfonieorchesters, für das die Originalfassung geschrieben war, nahezukommen, ohne die eigene Individualität zu verleugnen. Kontrastreich interpretierten die Musiker die vier Sätze, beschrieben klangmalerisch die „Morgenröte“, dumpf und schwermütig betrauerten sie „Ases Tod“, fast wie ein heiterer Dorftanz erklang der dritte Satz, und wie entfesselt agierten sie „In der Halle des Bergkönigs“ – eine grandiose, emotional berührende Wiedergabe.

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