Meister einer fast ausgestorbenen Kunst

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Der Ötisheimer Gerhard Loschky ist seit 45 Jahren in der Uhrmacherbranche tätig – Arbeit erfordert ein Höchstmaß an Akribie

Punkt zwölf: Würde Gerhard Loschky am 31. Dezember alle seine Stand-, Wand- und Tischuhren aufziehen, dann würde das Jahr 2014 in Ötisheim an der Schlattstraße auf einen Schlag statt auf einen Knall eingeläutet. Viele Modelle hat der Uhrmachermeister liebevoll restauriert. Er beherrscht eine Handwerkskunst, die vom Aussterben bedroht ist.

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Uhrmachermeister Gerhard Loschky zieht eine seiner zahlreichen Uhren auf. „Meine Philosophie ist es, Gegenstände zu erhalten“, sagt der Könner seines Faches. Fotos: Hansen

Die Hollanduhr von 1965 mit ihrem schrillen Schlag, die Westminster-Uhr, die statt der üblichen drei nur zwei Gewichte hat und in Big-Ben-Manier für jede Viertelstunde viermal schlägt und danach die volle Stunde zählt, oder der Wiener Seilzug von 1890, der jahre- oder eher jahrzehntelang in einem zerrissenen Karton, halb auseinandergenommen, ein klangloses Dasein auf einem Dachboden führte, bevor Loschky das Sammlerstück mit dem tiefen, satten Gong entdeckt hat. Ein Erbstück, bei dem die Delle in einem Gewicht von einem tiefen Fall zeugt. Jede der antiken Uhren, die im Geschäft des 60-Jährigen stehen, ist eine Persönlichkeit für sich, zu fast jeder Uhr gibt es eine Geschichte, die meisten standen lange in der Werkstatt des Uhrmachermeisters.

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