Leserbrief Der Zweck heiligt doch die Mittel
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Zu „Prominente Gäste sind beeindruckt“ vom 13. März:
Araneus, der Verein für Umweltbildung und Naturerfahrung mit einem Vorstand, von dem nach Wissen des Unterzeichneten mindestens zwei der Liste Mensch und Umwelt angehören, landläufig also Grüne sind, hatte Besuch: Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Porsche AG Dr. Wiedeking und der Betriebsratsvorsitzende Uwe Hück zeigten sich beeindruckt von der Arbeit und brachten dies durch Geldspenden im offensichtlich fünfstelligen Bereich zum Ausdruck. Das freut den Autor dieses Leserbriefes in zweierlei Hinsicht. Zum einen, dass die wichtige Tätigkeit des Vereins so großzügig unterstützt wurde und dass es wohl keine Berührungsängste oder Verlegenheiten gibt, das Geld anzunehmen. Denn: haben wir momentan nicht eine Diskussion über die ethische Verwerflichkeit von Manager-Gehältern, die insbesondere von den Grünen und allen links davon Stehenden vehement geführt wird (Dr. Wiedeking hat als Vorstandsvorsitzender bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr verdient), und wird von diesen Gruppen nicht seit Jahren der Individualverkehr gegeißelt, wurde nicht schon vor 20 Jahren ein Benzinpreis von fünf Mark pro Liter ins Spiel gebracht, und würde man Autos wie die von Porsche nicht am liebsten völlig von der Straße verbannen? Mich beruhigt es eher, denn es zeigt sich einmal mehr, dass es unter bestimmten Bedingungen offensichtlich legitim ist, den Zweck die Mittel heiligen zu lassen, und erfolgreiche Unternehmen und deren Lenker genehm sind, wenn es dem eigenen Zweck dient.
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