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Kinderferienprogramm entführt in den Weinberg

Beim Raspeln und Pressen der Trauben sind die Muskeln gefragt.  Foto: Garhöfer

Knittlingen-Freudenstein. In Freudenstein wurde gestern Nachmittag die Weinlese eingeläutet – zumindest die Vorlese. Im Rahmen des örtlichen Kinderferienprogramms hatten die Weingärtner der Weingärtnergenossenschaft Freudenstein-Hohenklingen zur Kinderweinlese eingeladen. 25 Kinder zwischen sechs und 13 Jahren ernteten, raspelten und pressten die Trauben und genossen anschließend ihren selbst hergestellten Traubensaft.
Zum dritten Mal hatten die Wengerter die Kinderweinlese im Rahmen des Ferienprogramms angeboten, und die Resonanz war erneut überwältigend. „Wir hatten an die 50 Anmeldungen“, sagte Dieter Epple von der Weingärtnergenossenschaft. Um eine überschaubare Gruppe zu haben, wurde die Zahl der Teilnehmer aber auf 25 begrenzt. „Die Kinder haben Spaß an der Aktion, weil sie alles selbst und von Hand machen dürfen“, sagte Epple. „Und wir als Wengerter wollen die Kinder auf diese Weise mit dem Weinbau in Kontakt bringen. Heute weiß nämlich auch auf dem Dorf nicht mehr jedes Kind, wie Trauben geerntet werden.“
Los ging der Feriennachmittag in der Freudensteiner Kelter. Dort gab es von Rolf und Gerhard Brodbeck eine kindgerechte Kelterführung. Dann ging es durch die Weinberge über das Haldengässle steil hinauf zum Wengert von Dieter Epple. Der hatte zusammen mit Tochter Christina und Ehefrau Andrea alles vorbereitet. „Wir lesen Tauben der Sorte Regent. Die sind schon jetzt von sehr guter Qualität. Insgesamt wollen wir etwa 150 Kilogramm Trauben ernten, damit wir 80 bis 100 Liter Saft bekommen“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Überhaupt zeigte Epple sich zufrieden mit der diesjährigen Traubenqualität in den Weinbergen von Freudenstein und Hohenklingen. „Es sieht derzeit sehr gut aus. Die Trauben sind schon gut durchgefärbt, und mit Krankheiten haben wir keine größeren Probleme. Jetzt noch ein paar Sonnentage und mäßig Regen, dann wird das ein toller Jahrgang.“ Er schätzt, dass die Lese in Freudenstein-Hohenklingen in etwa drei Wochen startet.
Für die Kinder ging es allerdings schon gestern los. „Passt beim Schneiden der Trauben auf eure Finger auf – und auf die eurer Nachbarn“, sagte Epple. Und: „Wenn es grüne oder dürre Beeren gibt, müsst ihr die aus den Trauben herausschneiden. Dann wird der Saft noch besser“, gab der seinem „Lesepersonal“ mit auf den Weg. Als Loris mit der großen Rätsche den Startschuss gab, waren die Kinder nicht mehr zu halten. Im Nu waren die ersten Eimer gefüllt, und Elias und Moritz hatten zusammen mit Rolf Brodbeck an der Handraspel alle Hände voll zu tun. Von der Raspel wanderte die Maische in die Handpresse. Zum Abschluss wurde gefeiert: Am offenen Feuer wurden Würstchen und Stockbrot gegrillt, es gab Spiele und natürlich den „eigenen“ Traubensaft. Von dem durfte jedes Kind einen Zwei-Liter-Kanister mit nach Hause nehmen.

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