Landmaschinen auf dem Prüfstand
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Schlepperprüfung in ländlichen Ortschaften eine echte Rarität – Hauptuntersuchung eine „schöne Aktion“
Mühlacker-Grossglattbach. Wie immer im März fand auch dieses Jahr in Großglattbach am Bauhof die TÜV-Prüfung für Landmaschinen statt. Am gestrigen Freitagmorgen von acht bis zehn Uhr konnten Schlepperbesitzer ihre Zugmaschinen und Anhänger auf Verkehrssicherheit testen lassen. „Schlepper und Anhänger, die zugelassen sind, müssen genauso alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung wie Autos“, erläuterte Francesco Leonardi von der TÜV-Prüfstelle Mühlacker. Alljährlich, „seit 28 Jahren“ kontrolliert er die landwirtschaftlichen Geräte auf Herz und Nieren. Geprüft werden Beleuchtung, Reifen, Lenkung, Anhängerkupplung und mittels eines Fahrversuchs auf einer Teststrecke die Funktionsfähigkeit der Bremsen. Bei der Bremsprüfung müsse der Schlepper in der Spur bleiben, „sonst gibt es keine neue Plakette“, so der Prüfer. „Früher musste das Fahrzeug und der Kunde zuerst in einer Kartei angelegt werden. Wir brauchten dazu zwei Prüfer und eine zusätzliche Schreibkraft“, erinnerte sich Leonardi, der die Arbeit heutzutage allein mit Hilfe eines Notebooks schafft.
Alles in Ordnung? Francesco Leonardi checkt die Anhängerkupplung
„Hauptuntersuchungen in dieser Form sind in der heutigen Zeit selten“, berichtet Leonardi, der die Schlepperprüfungen nur noch in Großglattbach, Dürrn und Kieselbronn regelmäßig durchführt. Früher habe man in fast jeder kleinen Ortschaft einmal jährlich eine solche TÜV-Abnahme gehabt, da auch mehr Leute in der Landwirtschaft tätig waren. Thomas Gille, Landwirt aus Serres, der mit seinem Traktor zur Kontolle gekommen war, berichtete: „Vor Jahren waren wir noch regelmäßig bei der Prüfung in Großglattbach.“ Wenn man aber viele Maschinen hat, komme der TÜV direkt auf den Hof und überprüft sie dort. Trotz der kalten Temperaturen bezeichnete Leonardi die Schlepperprüfung als „schöne Aktion“. Man sehe stets die gleichen Gesichter, es kommen immer alle zur gleichen Zeit, und so ergebe sich jedes Jahr ein „toller Treffpunkt“, bei dem sich die Leute austauschen können. „Es ist immer sehr persönlich, die meisten kennen sich ohnehin, denn viele veranstalten sonntags ab und an Ausfahrten mit ihrem Schlepper“, so TÜV-Mitarbeiter Leonardi.
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