Küchentraining für den Ernstfall
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Das Deutsche Rote Kreuz zeigt 16 Teilnehmern, wie das Kochen in der Feldküche geht
Enzkreis. „Aufpassen, sonst schneidet Ihr Éuch noch in die Finger“, bekommen die Kartoffelschäler des DRK der Ortsvereine Nußbaum, Tiefenbronn und Niefern-Öschelbronn sowie von der Feuerwehr aus Mühlhausen zu hören, die für Notfälle einen Küchenlehrgang absolviert haben. Die 16 Teilnehmer hatten das Drei-Gänge-Menü – bestehend aus Tomatencremesuppe, Rinderrouladen mit Rotkraut und Kartoffelbrei sowie Grießpudding mit Obst – zwar schon mal gekocht, „aber das ist ein Unterschied, ob man das für 20 Leute macht oder für 150“, sagt Hans-Albert Binder, der zusammen mit Roland Ehret als DRK-Ausbilder aus Rutesheim die Aktion überwacht, die an den vergangenen Samstagen stattfand.
Schnippeln für den Ernstfall. Die Helfer des DRK lernen das Kochen großer Portionen. Foto: Roth
Die Ausbilder mischen sich nicht ein, sie spielen eher Mäuschen. Denn es geht beileibe nicht darum, die Dicke der geschnittenen Zwiebeln zu messen oder etwa zu kontrollieren, ob es tatsächlich 40 Kilogramm Kartoffeln sind, die Romina Thom und Nadine Hagmaier vom DRK-Ortsverein Niefern-Öschelbronn, Johannes Gall (Feuerwehrabteilung Mühlhausen) und Stefan Schoch (DRK-Ortsverein Tiefenbronn) schälend durch die Hände gleiten lassen. Davon abgesehen, dass es noch mal eine ganz andere Hausnummer ist, 150 Rouladen so aufzurollen, dass sie nicht nur gut schmecken, sondern auch gut aussehen. Auch wenn es sich um einen Feldküchen-Lehrgang handelt, gilt: Das Auge isst mit. Es kommt auch darauf an, wie die Teams untereinander kommunizieren, ob fünf Köche im Brei rühren und keiner beim Zwiebelschälen steht. Ob die Lebensmittel auch an den Stationen landen, wo sie hin sollen. „Das A und O ist ganz klar die Vorbereitung“, sagen die Ausbilder. Da mussten schon Tage vorher die Einkaufszettel in den Großmärkten sozusagen in die Tat umgesetzt werden. Und Gruppenleiterin Hanna Grönheim (DRK-Ortsverein Tiefenbronn) muss ihre Augen überall haben. Die Feldköche haben – was im Ernstfall in einem Katastrophengebiet nicht immer der Fall wäre – das Glück, dass sie die Hallenküche mit benutzen können. „Spart natürlich Zeit, weil man die Feldküche nicht erst aufbauen muss“, sagt Hans-Albert Binder. Die Feldküchen sind natürlich trotzdem im Einsatz. So ist ein Anhänger des DRK aus Niefern-Öschelbronn vorhanden, aber auch eine große Feldküche des DRK-Ortsvereins Tiefenbronn – mit Gas. „Aber das ginge auch mit Holz oder Diesel“, sagt der stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Günter Schneider.
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