Kritischer Blick in die Zukunft

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Pforzheim/Enzkreis (ro). Der Mensch sei zur Arbeit geboren wie der Vogel zum Fliegen, soll Martin Luther gesagt haben, erklärte Karl Röckinger als er anlässlich des Tags der Arbeit die Betriebs- und Personalräte der Stadt Pforzheim und des Enzkreises empfangen hat. Die Veranstaltung findet im Wechsel mit der Pforzheimer Stadtverwaltung statt. Das sei, so Landrat Röckinger, sicher richtig und die Arbeit ein wichtiger und sinnstiftender Faktor fürs Leben. Allerdings gebe es auch Menschen, die zu wenig zum Leben, aber zu viel zum Sterben hätten. Die Zweifel in der Bevölkerung würden immer lauter, ob das Einkommen von heute für eine auskömmliche Rente von morgen reiche. 57 Prozent der Deutschen melden diesbezüglich Skepsis an. Gefährdet seien indes nicht nur Seniorinnen und Senioren, sondern auch schon die Jüngeren, die erst spät zu arbeiten beginnen oder nach diversen Studiengängen ohne Abschluss abbrechen würden. In 15 Jahren etwa, so Röckinger, seien rund 20 Millionen Menschen im Rentenalter und jeder Vierte über 60 Jahre alt. „Wir müssen die Rahmenbedingungen verbessern, um Altersarmut zu verhindern.“

Auch Gastredner Lars-Christian Treusch, DGB-Regionsgeschäftsführer Nordbaden, fand kritische Worte. Er warf unter anderem einen Blick auf die Entwicklung weg von festen Verträgen hin zu Teilzeit, Minijobs und immer mehr Leiharbeit. Vor allem Frauen seien später auf staatliche Hilfe angewiesen, weil ihre Rente unter der Grundsicherung liege. Während der Bund die Kosten für die Grundsicherung trage, müssten Kommunen große Anstrengungen unternehmen, um drohender Altersarmut und Isolation entgegenzutreten.

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