Kritik an Kohlplatten-Erweiterung

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Landwirtin warnt vor Flächenfraß für Baugebiet – Bürgermeister verteidigt die Planungen

Wiernsheim. Für gewöhnlich ist Landwirt Jörg Blessing in den Wiernsheimer Gemeinderatssitzungen derjenige, der Bedenken zur Kohlplatten-Erweiterung äußert. Bei der „Durchführung der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit“, die im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens gefordert wird, war es am Mittwochabend seine Frau, die das Wort ergriff. Sie seien mit ihrem Bauernhof zwar nicht betroffen, aber es ging ihr grundsätzlich darum, dass die Flächen immer weniger würden. Irgendwann würden diese zu klein, als dass sich die Bewirtschaftung für einen Landwirt lohne. Darauf sagte Bürgermeister Karlheinz Oehler, dass die Gemeinde seit Jahren immer mehr Nebenerwerbslandwirte verliere, so dass die Fläche für hauptberufliche Landwirte größer werde. Trotzdem findet es Regine Blessing falsch, „das Heil in Porsche, Bosch und Co. zu suchen“, wie sie weiter ausführte. Durch diese kräftigen Steuerzahler sei es erst möglich, EU-Subventionen für Landwirte auszuzahlen, erwiderte Oehler. Ein weiterer Landwirt, der von der Umlegung des Gebiets Kohlplatte III in Bauplätze betroffen ist, pflichtete Blessing bei: „Ohne Porsche können wir leben, ohne Lebensmittel nicht.“ Oehler betonte nochmals, wie sehr er sich Grund und Boden verpflichtet fühle. „So eine Vielfalt, wie ich sie als kleiner Junge kennengelernt habe, gibt es heute fast nirgends mehr“, so der Rathauschef. Dennoch sei auch das Neubaugebiet wichtig. Bereits in vorangegangenen Sitzungen hatte er ausgeführt, dass es zahlreiche Anfragen nach Grundstücken aus der eigenen Gemeinde gebe, die man durch die Kohlplatten-Erweiterungen erfüllen möchte.

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