Kreisräte üben Kritik an Klinik-Leitung
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Enzkreis. Ende vergangenen Jahres standen die beiden Häuser mit 2,4 Millionen Euro in den „roten Zahlen“ – für’s laufende Jahr sei sogar ein Verlust von über drei Millionen zu erwarten. Vielleicht sogar 3,5 Millionen, wie Kreisrat Günter Bächle (CDU, Mühlacker) vermutete. Und die Geschäftsführung sei nicht in der Lage, nachvollziehbar die Ursachen darzulegen. Allein die Politik könne nicht schuld sein an dieser Entwicklung. Bächle vermutete auch hausinterne Gründe durch „zu optimistische Prognosen“. Anstatt zu handeln und Maßnahmen zu ergreifen, die Betriebsverluste wieder zu verringern, baue die übergeordnete Ludwigsburger Kliniken-Holding mit dem Klinikneubau des Landkreises Karlsruhe in Bretten nun eine neue Konkurrenzsituation auf. Die Konsequenz für den Enzkreis könne nur lauten, mit dem modernisierten Haus in Mühlacker schneller am Markt zu sein als der Neubau in der Melanchthonstadt. Höchst ärgerlich sei auch, dass die Defizitprognosen für das vergangene Jahr, ohne darüber in den politischen Gremien oder im Aufsichtsrat hinreichend informiert worden zu sein, von 1,2 Millionen über 1,92 und 2,2 auf 2,4 Millionen Euro anwuchsen.
Verärgert reagierte auch Thomas Knapp (SPD, Mühlacker), der unterstellte, dass die Kliniken-Leitung seit zwei, drei Jahren wisse, dass die Kreispolitiker auf Lösungsansätze zur Defizit-Minimierung drängten. Auch wollte er keineswegs akzeptieren, dass mehr oder weniger unverhohlen den Mitarbeitern die Mitschuld an der Entwicklung gegeben werde. Da treffe eher eine Redensart zu, wonach der Fisch vom Kopf an zu stinken beginne. Auch er vermisse eine Konzeption für das „Bermuda-Dreieck Vaihingen-Mühlacker-Bretten“, wo jedes Haus seine besonderen Kompetenzen hervorheben könne.
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