Kommissar Zufall und ein rätselhafter Raub

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Drei Unbekannte lauern einem Radfahrer mitten in der Nacht auf – Opfer antwortet auf Fragen der Polizei unwirsch

Pforzheim/Neulingen. Ein rätselhafter Raub in der Nacht auf den 16. August 2016 zwischen Bauschlott und Dürrn beschäftigt jetzt das Gericht. An einer einsamen Stelle, an der „nachts alle drei Tage mal jemand vorbeikommt“, wie Zeugen vor der Auswärtigen Großen Strafkammer aussagten, hatten drei unbekannte Männer einem Radfahrer aufgelauert, der auf dem Weg zur Nachtschicht war. Der Mann wurde übel verprügelt, ausgeraubt, gefesselt und liegengelassen. Seine ganze Habe wurde tags darauf verstreut von einem Bauern auf dessen Feld gefunden. Nur Schlüssel, Geldbeutel und Handy fehlten. Hinweise auf die Täter gab es nicht. Seltsamerweise hatte der Geschädigte nicht sofort Anzeige erstattet. Auf entsprechende Fragen der Polizei habe er „unwirsch“ reagiert, berichtete einer der Polizeibeamten im Zeugenstand. Dem sprichwörtlichen „Kommissar Zufall“ ist es zu verdanken, dass auf der Anklagebank ein junger Mann sitzt, der kein einziges Wort von sich gibt. Staatsanwältin Rebecca Vogt wirft ihm Raub und Körperverletzung vor.

Hinweise auf ihn ergaben sich andernorts und in anderer Sache; das Rauschgiftdezernat in Heilbronn ermittelte gegen einen Mann, bei dem eine Haussuchung vorgenommen wurde. Bei diesem hielt sich ein Freund auf, in dessen Reisetasche das Handy des zwischen Bauschlott und Dürrn Überfallenen gefunden wurde. Ein DNA-Vergleich ergab eine trillionenfache Übereinstimmung mit einem Handschuh, der auf dem Acker des Landwirts gefunden worden war.

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