Kletterspaß mit Abstandsgarantie
Archiv
Die Ferienzeit hat begonnen. Und nicht nur Familien sind jetzt verstärkt auf der Suche nach Corona-konformen Abenteuern. Im Illinger Kletterwald können sich die Besucher austoben. Das Bewegungsangebot im Grünen wird an den Wochenenden verstärkt genutzt.
Illingen. Es ist Sommer und der vielleicht heißeste Tag des Jahres. Timo jedoch denkt an Weihnachten, als er am Freitag noch einmal seinen ganzen Mut zusammennimmt und die Strickleiter hochklettert, um dann gut gesichert zwölf Meter in die Tiefe zu springen. In den Sommerferien ist der Illinger Kletterwald ein beliebtes Ausflugsziel. Oben in den Baumwipfeln sind in diesen Tagen Kletterer aus ganz unterschiedlichen Generationen unterwegs. „Die ersten drei Meter fällst du frei“, berichtet Timo von seinem Erlebnis beim sogenannten Basejump. Gleich zweimal lässt sich der 13-Jährige an diesem Tag mutig in die Tiefe fallen. Der zweite Sprung ist für die Oma in Ludwigsburg. Sie bekommt zu Weihnachten einen Kalender mit Fotos von den Aktivitäten ihrer Enkel. Auf einer Aufnahme wird Timos Sprung zu sehen sein. „Wegen Corona gab es bis jetzt noch nicht viele Bilder“, erzählt seine Tante aus Vaihingen, die auch ihre furchtlose zwölfjährige Tochter Hannah beim Springen fotografiert. Die Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten waren in den vergangenen Wochen wegen der Pandemie nicht nur für diese Familie deutlich eingeschränkt. Das Virus ist unter den Schatten spendenden Bäumen mitten im Illinger Wald nur im Hintergrund ein Thema. Der Kletterwald in Illingen besteht auf einer Fläche von 2,5 Hektar aus insgesamt zehn Parcours mit rund 130 Übungen in bis zu zwölf Metern Höhe. Highlights des außergewöhnlichen Abenteuers in den Baumwipfeln sind die rund 500 Meter langen Seilrutschen über den Illinger Klostersee und der Basejump. Die Parcours sind in verschiedenen Schwierigkeitsstufen gestaffelt, und die Kletterer merken lediglich bei den Vorbereitungen, dass in diesen Tagen manches anders ist. Christoph Traub ist Parkmanager-Vertreter und empfängt an diesem Nachmittag die Besucher. Der Ötisheimer studiert Bauingenieurwesen und jobbt im sechsten Sommer im Kletterwald. „Die Handschuhe darf man nicht ausleihen“, erklärt er der Gruppe, die gerade angekommen ist. Die Kletterer müssen diese wegen der Hygieneschutzmaßnahmen kaufen. Beim Anlegen des Sicherheitsgurtes ist das Tragen einer Maske Pflicht, weil man den Sicherheitsabstand dabei nicht einhalten kann. Ansonsten ist das Einhalten der Abstandsregel zwischen den Baumwipfeln kein Problem. Dorthin entlässt Johanna Grözinger aus Vaihingen nach einer gründlichen Einweisung die Gruppen, die unter sich bleiben.
Ganz sicher verschwenden die Besucher des Kletterwalds im Parcours keinen Gedanken an die Pandemie. Hier müssen sie ganz andere Ängste überwinden und mutig voranschreiten. Fotos: Stahlfeld
Den Foxparcours 2 hält Grözinger für eine der anspruchsvollsten Kletterpartien, weil man in Seilschlaufen gehen muss. Das erfordert Kraft in den Oberschenkeln. „Da können wir öfter mal Leute raus ziehen“, erklärt Christoph Traub mit einem Schmunzeln. Auf einen offiziellen Hilferuf indes hat die Besucherin aus Stuttgart verzichtet, die sich mit ihrer Familie in den Partnerparcours wagte. „Ich dachte, ich zieh mir den Reifen her und schwinge elfengleich rüber“, erzählt sie von ihrem Vorhaben, das gründlich misslang. Stattdessen sei sie wie ein Affe hilflos und ungelenk auf dem Reifen gesessen. Der Sinn des Partnerparcours liege wohl darin, dass man sich danach vor dem Partner nicht mehr schäme, stellt sie mit einem Lachen fest.
Wir freuen uns, dass Sie sich für
einen Artikel interessieren.
Jetzt registrieren und weiterlesen.
- ➔ Alle Webseiteninhalte
-
➔ Inklusive aller
Artikel
- ➔ Jederzeit kündbar
Sie sind bereits Abonnent? Hier einloggen