Kirchtürme sind auch Lebensräume
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Schleiereulen und Turmfalken sind in der Michaelskirche Sternenfels und der Heilig-Kreuz-Kirche Diefenbach gern gesehene Gäste. Naturschutzbund würdigt Engagement für den Artenschutz. Viele Gemeinden verschließen allerdings auch die Einfluglöcher.
Sternenfels. Kirchtürme sind mehr als markante Punkte. Kirchen mit ihren Türmen und geräumigen Dächern sind auch attraktive Unterkünfte für seltene Vogel- und Tierarten. Sie nutzen sie gerne als Ersatz für natürliche Bruthöhlen in Felsen und Bäumen. Allerdings sperren einige Kirchengemeinden die gefiederten Gäste aus, indem sie Einfluglöcher oder Brutnischen verschließen. Ganz anders ist die Situation allerdings in der Michaelskirche in Sternenfels und der Heilig-Kreuz-Kirche in Diefenbach. Hier sind Vögel willkommen. Folgerichtig hat der Naturschutzbund NABU und der Beratungsausschuss für das Deutsche Glockenwesen die beiden Gotteshäuser jetzt auch mit der Plakette „Lebensraum Kirchturm“ prämiert. Bislang haben im Enzkreis diese Auszeichnung nur die Georgskirche in Enzberg, die Barbarakirche in Keltern-Ellmendingen und St. Stephan in Neulingen-Nußbaum erhalten. „Sternenfels und Diefenbach sind in unserem Landkreis also die Nummern vier und fünf“, freut sich Dr. Stefan Bosch, NABU-Fachbeauftragter für Ornithologie, der auch selbst in Diefenbach lebt und die Auszeichnung seiner beiden Heimatkirchen angeregt hat.
Ob in der Michaelskirche (großes Bild) oder der Heilig-Kreuz-Kirche (Bild re. oben): Turmfalken finden hier perfekte Bedingungen, um ihren Nachwuchs ( (Bild re. unten) aufzuziehen. Fotos: Bosch
Dabei sind Turmfalke, Schleiereule & Co. in Sternenfels und Diefenbach nicht erst seit gestern gern gesehene Gäste. „Der Albverein hat schon vor vielen Jahren an den Kirchtürmen Brutkästen angebracht. Sie waren eigentlich für Schleiereulen gedacht, werden aber auch von Turmfalken sehr gerne angenommen“, berichtet Bosch. Turmfalken würden vor allem in Diefenbach in wechselnden Nischen regelmäßig brüten, während sich Schleiereulen rar machen. „Das hängt auch mit der Mäusepopulation zusammen“, erklärt Bosch. „In Jahren mit niedriger Mäusepopulation kann es auch sein, dass sie überhaupt keinen Nachwuchs großziehen.
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