Kein Gag-Feuerwerk im Dauerlauf

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Dieter Baumann tritt mit seinem neuen Kabarettprogramm in Maulbronn auf

Maulbronn. Der Lauftreff Maulbronn feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Dies nahm die Gruppe rund um Leiterin Gudrun Lägler zum Anlass, einmal die humorvolle Seite ihrer Sportart zu beleuchten. „Wir wollten keinen trockenen Vortrag über Trainingstechniken oder Ernährung veranstalten“, sagte Lägler. Stattdessen erinnerte sie sich an das Kabarettprogramm von Goldmedaillengewinner Dieter Baumann, das sie vor zwei Jahren in Bretten besucht hatte. Zusammen mit dem Förderverein Maulbronner Kultur lud der Lauftreff Baumann in die Klosterstadt ein. Der Ex-Sportler und Neu-Kabarettist sagte zu und kam am Freitag um 20 Uhr in die Maulbronner Stadthalle, um vor rund 100 Zuschauern sein aktuelles Programm „Dieter Baumann, die Götter und Olympia“ darzubieten.

Dieter Baumann.

Dieter Baumann. Foto: Mummert

Mit einer Fahne, die die Olympischen Ringe auf weißem Grund zeigte, marschierte Baumann dann durch die Besucherreihen und erklomm ehrfürchtig die Bühne. Er klemmte die Fahne in eine Leiter und wartete andächtig, bis die Musik verstummte und eine kleine Plastiklampe in Form einer Flamme auf der obersten Leitersprosse anging. Zu Beginn kündigte Gudrun Lägler eine „humorvolle Reise von der Schwäbischen Alb über die Fidschi-Inseln und Kenia bis ins Olympische Dorf“ an. Wer nun erwartete, dass Baumann munter aus dem Nähkästchen plaudern und lustige Anekdoten aus seiner Zeit als Teilnehmer der Olympischen Spiele aneinanderreihen würde, der wurde zumindest teilweise enttäuscht. Zwar erzählte Baumann Anekdoten aus dem Olympischen Dorf, nur waren diese nicht unbedingt lustig. So warb Baumann zu Beginn dafür, die Olympischen Spiele 2024 nach Berlin zu holen, Seitenhieb auf den unfertigen Flughafen inklusive. Das Publikum schmunzelte. Vereinzelt wurde gekichert. Das schallende Gelächter jedoch blieb aus. Zu offensichtlich die Pointe. Dann endlich erlaubte er den Zuschauern einen Blick hinter die Kulissen der Olympischen Spiele. Wild gestikulierend begann er davon zu schwärmen, dass das Dorf eine einzige Partyzone sei, in der die Medaillengewinner feiern und die Verlierer frustsaufen. Überhaupt gehe es den Athleten ja gar nicht um Medaillen, erzählte er. Stattdessen sammelten sie Anstecknadeln. Stolz präsentierte er seinen Hut aus Barcelona, den ganze 40 Trophäen dieser Art zieren. Selbstironisch wurde es dann, als er erklärte, im Olympischen Dorf gebe es drei Gruppen von Menschen: Sportstatistiker, die alles wissen, religiöse Bekehrer und Entertainer. Letztere seien Alphatiere, die alles zu einer Showbühne machen müssten, selbst ihre Trainingseinheiten. „Ich bin aber ein ganz anderer Mensch. Ich bin mehr so der introvertierte Typ.“

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