Kampf gegen Schieflage am Ausbildungsmarkt

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Unternehmen beklagen in einer aktuellen Umfrage Vielzahl von Ausbildungshemmnissen – IHK und Arbeitsagentur bieten Hilfen an

Enzkreis (pm/md). Eigentlich gibt es im Enzkreis und in Pforzheim zurzeit genug Ausbildungsplätze für diejenigen, die eine Lehrstelle suchen. Doch das Verhältnis ist nur auf dem Papier ausgewogen. Nicht jeder Bewerber findet eine Stelle, was verschiedene Gründe hat.

Im vergangenen Jahr konnten laut der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald (IHK) über 20 Prozent der angebotenen Lehrstellen nicht besetzt werden. Dies habe eine Umfrage unter 154 Ausbildungsbetrieben aus Industrie, Handel und Dienstleistung ergeben. Die Ausbildungsplätze hätten vor allem deshalb nicht besetzt werden können, weil den Unternehmen keine geeigneten Bewerbungen vorgelegt worden seien. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels seien die Betriebe jedoch weiterhin bestrebt, Lehrstellen anzubieten. „Gleichzeitig fordert die Wirtschaft, dass die Jugendlichen im Elternhaus und in der Schule besser auf das Berufsleben vorbereitet werden“, sagt Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer der IHK. Wesentliches Ausbildungshemmnis ist laut Umfrage die mangelnde Ausbildungsreife der Schulabgänger. Die Betriebe vermissten vor allem mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen sowie elementare Rechenfähigkeiten. Besonders hapere es auch an Leistungsbereitschaft und Motivation. Abgesehen von diesen konkreten Schwächen der Bewerber hätten viele Jugendliche zudem nur „unklare Berufsvorstellungen“. Um Defizite in der Ausbildungsreife auszugleichen, initiiert die IHK bereits seit geraumer Zeit Bildungspartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen. Zusätzlich informieren Ausbildungsbotschafter der IHK Schüler über das Ausbildungssystem und spezielle Angebote. Einige kleine Firmen machten deutlich, dass sie nicht alle Fertigkeiten eines Berufsbildes in ihrem Betrieb vermitteln könnten und deshalb Probleme hätten, Jugendliche auszubilden. Hier weist die IHK darauf hin, dass es in solch einer Lage Hilfen gebe. Rund 30 Prozent der befragten Betriebe würden einen zusätzlichen Ausbildungsplatz für lernschwächere Jugendliche einrichten, wenn Leistungsbereitschaft, Sozialkompetenz und mehr Informationen über die Stärken und Schwächen der Bewerber vorhanden wären, teilt die IHK mit. Auch die Arbeitsagentur Nagold-Pforzheim lässt die Unternehmen in Sachen Ausbildung nicht allein und unterstützt die Betriebe bei der Suche nach geeigneten Bewerbern. „Aktuell sind in der Stadt Pforzheim 405 und im Enzkreis 466 Jugendliche auf Lehrstellensuche und somit für einen Ausbildungsplatz vorgemerkt. Ihnen stehen in der Stadt 400 und in den Gemeinden des Enzkreises 450 freie Ausbildungsstellen zur Verfügung“, sagt Jürgen Schwab, Chef der Arbeitsagentur.

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