Kammmolch gerät außer Sichtweite

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In Maulbronn sorgt ein Teich ohne Wasser, der als Biotop gedacht war, für Unmut im Gemeinderat

Maulbronn (md). Noch in diesem Jahr sollte eigentlich Quellwasser aus dem Studentenbrünnele den Kapuzinerteich im Hilsenbeuer Tal zu neuem Leben erwecken. Für das Projekt haben freiwillige Helfer viel Schweiß vergossen, finanziell sollten Gelder der EU und des Enzkreises die Reaktivierung des Teichs ermöglichen, den die Zisterzienser vor Jahrhunderten angelegt hatten. Die Wiederbelebung des kleinen Stausees, der eine Wasseroberfläche von 1400 Quadratmetern haben sollte, verfolgte vor allem den Zweck, dem vom Aussterben bedrohten Kammmolch einen perfekten Lebensraum zu schaffen. Rund 100000 Euro haben die Verantwortlichen in die Hand genommen, um den Teich aus dem Dornröschenschlaf zu wecken.

Wie sich jetzt zeigt, reicht das Geld nicht aus. Für die Planung des Projekts wurde der Enzkreis im Maulbronner Gemeinderat mit deutlichen Worten kritisiert. Stadtrat Hans-Peter Lehner (CDU) machte einmal mehr deutlich, dass eine Wiederbelebung des sogenannten Kapuzinerteichs auf sich warten lässt. „Bäume zu fällen, wenn man noch nicht genau weiß, was das Ganze kostet“, kritisierte Lehner als groben Planungsfehler der Behörde. Fakt ist, dass sich inzwischen vermutlich auch viele Bürger und manch einer der ehrenamtlichen Helfer fragen dürften, warum der als wertvolles Zukunftsbiotop gepriesene Teich langsam wieder zuwuchert. In der Gegend um den geplanten Weiher haben zudem Vandalen ihr Unwesen getrieben. Darauf wiesen Lehner und Erhard Knittel (CDU) im Gemeinderat hin. Wie es mit dem Teich weitergeht, steht in den Sternen. Offenbar versucht der Enzkreis, das fehlende Geld aufzutreiben. Ein Scheitern des Projekts wurde offiziell noch nicht verkündet.

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