Kaltluftsee verschärft Frostschäden
Archiv
Wengerter in Freudenstein-Hohenklingen machen seit 30 Jahren auf ein Problem aufmerksam.
Knittlingen. Von den Frostschäden in der Nacht auf den 12. Mai sind auch die Weinbauern in Freudenstein-Hohenklingen besonders schlimm betroffen. „Hier sind fast 100 Prozent der Reben geschädigt“, klagt Karl Krauß vom Weinbauverein Hohenklingen. Vielleicht bekomme man ja noch mit großem Mehraufwand eine Spätlese hin. Gleichzeitig müsse man jetzt alles dafür tun, die Reben so zu pflegen, dass sie wenigstens im kommenden Jahr wieder Trauben tragen.
Fast alle Reben oberhalb des Weissachtals sind von den Eisheiligen getroffen worden. Ein Kaltluftsee verschärft das Phänomen. Foto: Hansen
Mit den Unbilden der Natur und dem Klimawandel kann Karl Krauß vielleicht noch leben, was ihn aber viel mehr ärgert, ist, dass die Frostschäden so nicht sein müssten, sondern zumindest zum Teil darauf zurückzuführen seien, dass der Bruchwald unterhalb der Reblage nicht ausgelichtet werde. Er wirke wie eine Staumauer für einen Kaltluftsee, der entsteht, wenn sich nachts und in den frühen Morgenstunden die Erdoberfläche und damit die Luft direkt darüber abkühlt. An Berghängen fließt diese Kaltluft nach unten und kann sich in Senken oder anderen Hindernissen aufstauen. Da die kalte Luft direkt unter eine warme fließt, vermischen sich die Schichten nicht, und so kann es zu empfindlichen Frösten kommen.
Wir freuen uns, dass Sie sich für
einen Artikel interessieren.
Jetzt registrieren und weiterlesen.
- ➔ Alle Webseiteninhalte
-
➔ Inklusive aller
Artikel
- ➔ Jederzeit kündbar
Sie sind bereits Abonnent? Hier einloggen