Kalte Augen, scharfer Blick

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Mit dem Falkner auf der Jagd: Einblicke in eine viele Jahrhunderte alte Tradition

Schon Kaiser Friedrich II. war von der Falknerei fasziniert. Auf seinen Spuren wandeln unter anderen Hans-Jürgen Görze aus der Nähe von Bruchsal und Ines Weber aus Straubenhardt.

Eingespieltes Team: Wolfgang Winkler mit Adler Sandor. Auch Habichte (Bild re.) nehmen ihre Beute ganz genau ins Visier.

Eingespieltes Team: Wolfgang Winkler mit Adler Sandor. Auch Habichte (Bild re.) nehmen ihre Beute ganz genau ins Visier.

Karlsdorf/Straubenhardt. Der Blick aus Neles gelben Augen ist kalt. „Muss der denn schon wieder dabei sein“, scheint ihr herrischer Blick zu sagen, mit dem sie Casper, den weißen Jagdhund von Hans-Jürgen Görze, anstarrt. Er muss. Genauso wie Lotte, das agile Frettchen, das der Falkner aus der unweit von Bruchsal gelegenen Gemeinde Karlsdorf-Neuthard jetzt aus seiner ledernen Umhängetasche holt. Langsam setzt er das marderähnliche Tier vor einem Loch im sandigen Boden der Rheinebene aus. Lotte weiß, worum es geht. Ohne zu zögern verschwindet sie im Kaninchenbau. Dann heißt es warten. Etwas, was Nele, die Habichtdame besser beherrscht als Casper. Zitternd vor Jagdlust starrt der Hund auf das dunkle Loch, das Lotte verschluckt hat. Nele beobachtet derweil gleichgültig die Umgebung. Nur kurz verweilt ihr genervter Blick auf Casper, dann schweifen ihre Augen wieder ab. Sie hat Zeit. Das Warten auf ein Opfer liegt einem Habicht gewissermaßen im Blut. Und Nele weiß: Nirgendwo ist die Chance auf ein fettes Kaninchen besser als auf dem Ast, auf dem ich gerade sitze. „Das ist der einzige Grund, warum ein Greifvogel freiwillig den Lederhandschuh eines Menschen als Sitzplatz akzeptiert“, erklärt Görze.

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