Käferplage geht richtig ins Geld
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Knittlingen (cb). Bei einer Enthaltung und zwei Gegenstimmen hat der Knittlinger Gemeinderat dem Bewirtschaftungsplan für das Forstjahr 2020 zugestimmt. Beim Vortrag von Revierförster Ulrich Klotz wurde deutlich, dass der Klimawandel auch im Knittlinger Forst längst angekommen ist – mit teuren Konsequenzen. Die Folgen des Hitze- und Dürresommers 2018 seien offenkundig. Das Niederschlagsdefizit habe bisher nicht ausgeglichen werden können. Buchen mit Dürreschäden seien ebenso zu beklagen wie Bäume, denen die gewachsenen Borkenkäferbestände den Lebenssaft entzogen hätten. Der Erlös für dieses sogenannte Kalamitätsholz decke kaum die Kosten fürs Fällen und Aufarbeiten. Ein kleiner Trost: Mit der Eiche habe Knittlingen schon seit Jahren auf einen klimastabileren Baum gesetzt. Der Plan für 2020 stelle dennoch ein „Worst Case“-Szenario dar mit entsprechend gesunkenen Einnahmen für den Holzverkauf. „Ich hoffe immer noch auf Regen“, sagte Klotz. Ein Minus hier, ein Plus auf der Ausgabenseite unter anderem durch Mehrkosten von 37000 Euro im Zug der Forststrukturreform: Das schmeckte Michael Arnold (SPD) und Bernd Vogt (CDU) nicht. Die Kritik richtete sich nicht gegen den Förster, dessen Arbeit gelobt wurde. Vogt war mit einem Antrag erfolgreich, demzufolge weniger Holz eingeschlagen werden soll. Die Grenze soll, Kalamitätsholz nicht eingerechnet, bei 2500 Festmetern liegen. „Wir dürfen im Wald nicht auf Kosten von morgen wirtschaften“, kündigte Andreas Schwing (Alternative Liste) an, beim neuen Forsteinrichtungswerk den Fokus auf Ökologie und sozialen Nutzen des Forsts legen zu wollen.
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