Kabinett der Absurditäten
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Premiere von „Ich bin wie Ihr, ich liebe Äpfel“ in Pforzheim
Pforzheim (pm). Es ist kein alltägliches Werk, das am Samstag, 15. September, um 20 Uhr im Podium des Theaters Pforzheim Premiere feiert. Drei Diktatorengattinnen haben sich in „Ich bin wie Ihr, ich liebe Äpfel“ zu einer Pressekonferenz versammelt. Anlass ist die geplante Verfilmung ihres Lebens. Redlich versucht ein Dolmetscher, zwischen den Frauen zu vermitteln – und befördert einen Wettstreit des Monströsen, in dem schon kleinste Missverständnisse fatale Verwerfungen auslösen. Dabei sind die drei längst nicht mehr im Amt: Die Männer von Frau Margot und Frau Imelda sind verstorben und der von Frau Leila steht aktuell „vor Gericht“. Als handele es sich um nette Leute von nebenan, plaudern sie über Partys bei Stalin, Handküsse von Mao und Geschenke, die Castro ihnen überreichte.
Zickenkrieg, bitterböses weltpolitisches Kabarett und Kabinett der Absurditäten: „Ich bin wie Ihr, ich liebe Äpfel“ ist von alledem ein bisschen. Drei einstige Politikerinnen (Ähnlichkeiten mit realen Personen sind weder zufällig noch unbeabsichtigt) hadern mit der Repräsentation ihrer Selbst-Wahrnehmung. Zwischen dem leibhaftigen Gegenstand, der Verkörperung der Macht, und seinem Abbild klafft ein immer größerer Riss, der die eigentlichen Abgründe enthüllt – und der befreiendes Gelächter provoziert. Theresia Walser gehört zu den meistgespielten zeitgenössischen Dramatikerinnen im deutschsprachigen Raum. Ihr Stück „Ich bin wie Ihr, ich liebe Äpfel“ wurde 2013 uraufgeführt. Regisseur Christopher Haninger überzeugte in der vergangenen Spielzeit im Podium mit seiner Inszenierung der Komödie „Das Abschiedsdinner“ und setzt in seiner neuen Arbeit naheliegenderweise auf reichlich absurden Humor mit Tiefgang.
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